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11.01.12

Fahren für die Forschung

Die nächste Kurve kommt bestimmt – und ist gar nicht so einfach zu nehmen. Diese Erfahrung müssen wohl viele jener Probanden machen, die derzeit in der pneumologischen Fachklinik der HELIOS Klinik Hagen Ambrock an einer wissenschaftlichen Studie aus dem Bereich der Schlafmedizin unter der Leitung von Dr.Georg Nilius teilnehmen. Die Aufgabe: Mittels eines speziellen Fahrsimulators, dem „Divided Attention Steering Simulator“ (DASS) möchten die Hagener Forscher die Konzentration- und Gedächtnisleistung sowohl von Schlafapnoe-Patienten wie gesunden Menschen zwischen 20 und 70 Jahren messen, um Normwerte aus diesem Bereich zu ermitteln und diese später bei der Diagnose und Therapie der Atemaussetzer bei Nacht einsetzen zu können. „Differenzierte Normwerte liegen dafür nämlich noch nicht vor“, betont Ulrike Domanski, Leiterin des Schlaflabors in der Hagener Klinik.

 

Am Anfang einer Behandlung bei nächtlichen Atemaussetzern steht die Feststellung des Schweregrades der Erkrankung. „Weil sie schlafen, können die Patienten gar nicht einschätzen, wie schwerwiegend ihre Atemaussetzer sind“, so Ulrike Domanski, die die Studie gemeinsam betreut mit Prof. Dr. Karl-Heinz Rühle, der als ehemaliger Chefarzt weiter im Hagener Schlaflabor forscht. Bei dem Test mit dem Fahrsimulator möchte man sich  zu nutze machen, dass Schlafapnoe-Patienten eben keinen gesunden Schlaf haben und folglich tagsüber oft so müde sind, dass die Konzentrations- und Gedächtnisleistung gegenüber „schlafgesunden“ Menschen beeinträchtigt ist. „Später können wir mit dem Simulator aufgrund der nun gesammelten Daten feststellen, ob und wie stark ein Patient vom Schlafapnoesyndrom hinsichtlich seines Aufmerksamkeitsdefizits betroffen ist“, so Ulrike Domanski weiter.

 

Eigentlich sieht beim Test selbst alles ganz einfach aus: ein Lenkrad aus dem PC- und Konsolenspielsegment, ein Bildschirm und eine Grafik, die nicht ansatzweise mit den Bildern aus modernen Computerspielwelten mithalten kann. Ein paar weiße Linien auf schwarzem Grund simulieren Straße und Auto und die Teilnehmer müssen das „Fahrzeug“ bei gleichbleibenden 50 km/h in der Mitte der Straße halten. Der PC misst derweil das Ausmaß der Standardabweichung, also der Abweichung von der Ideallinie. Zudem stellen weiße Zahlen zwischen 0 und 9 in den 4 Ecken des Bildschirms das Reaktionsvermögen der Probanden auf die Probe, denn wenn hier eine (willkürlich gewählte) 2 erscheint, müssen die „Fahrer“ innerhalb von 10 Sekunden einen Kopf am Lenkrad drücken. „Die Monotonie und einfache Darstellung ist gewollt, da sonst viel zu viele Einflüsse die Studienergebnisse verfälschen würden“, sagt Prof. Dr. Karl-Heinz Rühle zu dem Procedere. Daher verbringen die Teilnehmer den 30 Minuten dauernden Test nach einer kurzen Einführung auch allein.

 

63 Mal wurde der Test bereits durchgeführt, 100 Testpersonen sollten es bis zum Ende der Studie mindestens sein. „Ich gehe davon aus, dass wir die Ergebnisse in rund einem Jahr präsentieren können“, hofft Ulrike Domanski, die weiterhin die Suche nach Probanden organisiert. Und die sind gar nicht so einfach zu finden, schließlich müssen die Forscher aus der anvisierten Altersgruppe zehn Teilnehmer pro Altersdekade bei Männern und Frauen finden. „Bei der „Normalgruppe fehlen uns sowohl Männer als auch Frauen.“ Dennoch sind die Forscher zuversichtlich, die Studie erfolgreich abschließen und aussagekräftige alters- und geschlechtsspezifische Normwerte zu erhalten. „Schon jetzt sind deutliche Unterschiede zwischen den erkrankten Patienten und gesunden Probanden sowie zwischen den einzelnen Altersgruppen erkennbar“, resümiert Ulrike Domanski.

 

Teilnehmer gesucht

Das Schlaflabor sucht noch Probanden, die an der Studie teilnehmen möchten. Wenn Sie interessiert und zwischen 40 und 70 Jahren alt sind sowie einen Führerschein besitzen, melden Sie sich doch bitte bei Ulrike Domanski unter (02331) 974 – 2080. 

 

 

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 65 eigene Kliniken, darunter 45 Akutkrankenhäuser und 20 Rehabilitationskliniken. Mit sechs Maximalversorgern in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin und Wuppertal nimmt HELIOS im deutschen Klinikmarkt eine führende Position bei der Privatisierung von Kliniken dieser Größe ein. Darüber hinaus hat die Klinikgruppe 30 Medizinische Versorgungszentren (MVZ). HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der HELIOS Konzernzentrale ist Berlin.

 

HELIOS versorgt jährlich mehr als zwei Millionen Patienten, davon rund 700.000 stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 20.000 Betten und beschäftigt über 37.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2010 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

Pressekontakt:
Maren Giese
Referentin für Unternehmenskommunikation und Marketing
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