Die Station N5 der HELIOS Klinik Hagen-Ambrock ist fakultativ geschlossen. Schwere Schädigungen des Zentralnervensystems gehen oft einher mit Problemen der räumlichen, situativen, zeitlichen und persönlichen Orientierung. Der Betreffende schätzt Situationen falsch ein und mutet sich in der Regel mehr zu, als er aktuell leisten kann (mangelnde Krankheitseinsicht).
Alltagsaktivitäten, zum Beispiel das Durchführen eines kleinen Spaziergangs "um das Haus", bergen dann erhebliche Gefahren, die der Patient nicht bewältigen kann. Zum Schutz vor diesen Gefahren ist die Station fakultativ (d.h. bei Bedarf) geschlossen. Bei sich verbessernden Orientierungsleistungen wird die Freizügigkeit der Patienten schrittweise wiederhergestellt.
Die Station N5 bietet ein integratives Therapiekonzept. Die psychologische Forschung hat gezeigt, dass man beispielsweise das schwer geschädigte Gedächtnis leider nicht wie einen "geistigen Muskel" trainieren kann. Daher gibt es auch keine Einzelbehandlung für unsere Patienten, welche etwa den Namen "Gedächtnistraining" tragen würde.
Vielmehr geht es bei der Behandlung z.B. des Gedächtnisproblems, aber auch vieler weiterer schwerer Hirnleistungsstörungen (u.a. Defizite des zielgerichteten Handelns, der Kommunikation, der emotionalen Regulation) darum, über den Tag hinweg immer wieder Gelegenheiten anzubieten, auf unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen Alltagsfähigkeiten, die einmal selbstverständlich waren, zu erproben, zu üben und für den späteren Gebrauch nach der Entlassung wieder verfügbar zu machen. Angebote der Ergotherapie, der Neuropsychologie, der Physiotherapie, der Sprachtherapie und weiterer Therapieabteilungen, die aus Platzgründen hier nicht ausführlich behandelt werden können, sind diesbezüglich hilfreich wie die Angebote der aktivierenden Pflege.
Viele Therapien geschehen in Form von Gruppenaktivitäten. Anders als in der Abgeschiedenheit einer Einzeltherapie erhält der Patient in der Gruppe in einzigartiger Weise Gelegenheit, wiedererlangte Fähigkeiten in einem beschützten sozialen Kontext zu präsentieren und dabei vielfältige soziale Rückmeldungen zu erhalten. Gerade auch im Hinblick auf eine in der Regel gewünschte Wiedereingliederung zu Hause ist dies ein ausgesprochen wichtiges therapeutisches Agens.
In den Einzelbehandlungen werden Fähigkeiten vertieft geübt bzw. Beschwerden gelindert, sodass Voraussetzungen geschaffen werden, um nicht zuletzt auch am alltagsorientierten Training der Station effektiver teilnehmen zu können.
Wenn es sinnvoll erscheint, können Angehörige nach Absprache mit den betreffenden Therapeutinnen und Therapeuten an einzelnen Therapiesitzungen teilnehmen, um wertvolle Erkenntnisse für den Umgang mit den Behinderungen der Patienten zu gewinnen.