30.11.11
„Das Parkinson-Syndrom beginnt nicht mit einem Paukenschlag!“ - Diesen Worte von Prof. Wolfgang Greulich, Ärztlicher Direktor der HELIOS Klinik Hagen-Ambrock dürften wohl viele der Zuhörer bestätigen, die am Dienstag (29.11.2011) gegen 10 Uhr den Deutschlandfunk einschalteten. Denn der Radiosender hatte für eine Live-Sendung im Rahmen des „Journals am Vormittag – Sprechstunde“ seine Mikrofone in der Fachklinik für neurologische und neurochirurgische Rehabilitation aufgeschlagen. Thema war eben jene auch als „Schüttellähmung“ bekannte, unheilbare Erkrankung. Und eines wurde schon in den ersten Minuten deutlich: Wer Morbus Parkinson auf das bekannte Zittern in den Händen reduziert, erfasst lediglich einen kleinen Teil der möglichen Symptome.
Unter dem Titel „Zwischen Zittern und Starre – Parkinson“ diskutierte Moderator Carsten Schroeder in der Cafeteria des Krankenhauses und vor einem interessierten Publikum mit Prof. Greulich, aber auch anderen Experten, darunter Magdalene Kaminski, 1. Vorsitzende der Deutschen Parkinson-Vereinigung, Elise Bartelt, Neuopsychologin der HELIOS Klinik Hagen-Ambrock sowie ihre Kollegin, Sprachtherapeutin Mechthild Welp. In den Gesprächen standen Ursache des Parkinson-Syndroms, das Absterben der dopaminproduzierenden Zellen im Gehirn, genauso im Vordergrund wie die Angehörigenarbeit, Medikamentation durch L-Dopa und Dopaminagonisten, mögliche Begleiterscheinungen wie Schluckstörungen und Konzentrationsprobleme wie auch die Gefahr der Isolation durch die Erkrankung. „Es dauert seine Zeit, bis Patienten ihre Erkrankung akzeptieren“, bestätigt auch Magdalene Kaminski. Da müsse auch die Umwelt helfen: „Man muss den Menschen begreiflich machen, dass man Parkinson-Patienten offen und natürlich begegnen muss“, so Kaminski weiter.
Ergänzt wurden die Expertengespräche durch mehrere Schaltungen in andere Räume der Klinik. Reporter und Mediziner Dr. Christian Floto nahm an einer Sitzung der kombinierten Sprach- und Musiktherapie teil und kam so mit Patienten ins Gespräch. Eindrucksvoll schilderten diese die Auswirkungen der durchgeführten Therapien auf ihr Leben. „Das Sprechen fühlt sich danach leichter an“, bestätigte zum Beispiel eine 61-jährige Patientin, deren Erkrankung vor elf Jahren festgestellt wurde. Weitere Stationen waren die Physiotherapie, die kombinierte Musik- und Bewegungstherapie und das Schlaflabor. Prof. Dr. Thorsten Schäfer vom Institut für klinische Physiologie an der Klinik erläuterte, warum so viele Parkinson-Patienten Schlafstörungen haben und wie man ihnen helfen kann. Die Überwachung des sogenannten REM-Schlafes sei in der Forschung „gerade ein ganz heißes Thema“; Störungen des REM-Schlafes werden schon zehn bis 15 Jahre vor Ausbruch der Krankheit auffällig. „Gerade wird erforscht, ob man anhand dieser Methode die Erkrankung früher erkennen und behandeln kann“, so der Schlafspezialist.
Zu Gast war auch der Neurochirurg Prof. Dr. Jan Vesper vom Universitätsklinikum Düsseldorf, der gemeinsam mit einer Patientin die Möglichkeiten, aber auch die Risiken der sogenannten Tiefen Hirnstimulation vorstellte. Bei dem operativen Eingriff werden Parkinson-Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium Elektroden ins Gehirn eingesetzt, die, verbunden mit einem Stimulator, Symptome wie Zittern und das Versteifen von Muskeln unterdrücken. In vielen Fällen hätten die Patienten dadurch eine höhere Lebensqualität und Medikamentendosen könnten herabgesetzt werden. Thematisch abgerundet wurde die Sendung von den Hörerfragen, die am Ende live in die Sendung geschaltet wurden. Prof. Dr. Greulich: „Hier wurde noch einmal deutlich, dass es gerade die Begleiterkrankungen wie die Schlafstörungen sind, die vielen Parkinson-Patienten zuschaffen machen“, so der Experte, der auch den Ärztlichen Beirat der Deutschen Parkinson Vereinigung koordiniert.
Wer allerdings auf dicke Kabelstränge durch die Klinik und viel sichtbare Technik gehofft hatte, der wurde enttäuscht. Nach anderthalb Tagen des Aufbaus versteckte sich die Technik – von wenigen langen Kabeln abgesehen – im High Tech-Detail. Kleine Boxen. Ein paar Funkmikros, ein Bildschirm von der Größe eines Tablet-PC und eine große Funkuhr – mehr braucht es nicht, um eine solche Sendung in ganz Deutschland auszustrahlen. „Es war eine gute Sendung, auch wenn wir noch Material für weitere gehabt hätten. Aber es war auch so ein dichter und bunter Strauß an Informationen, den wir unseren Hörern geboten haben“, resümierte Moderator Carsten Schroeder sichtlich zufrieden. Und so waren sich alle einig: „Ambrock on Air“ war ein Erfolg.
Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 64 eigene Kliniken, darunter 44 Akutkrankenhäuser und 20 Rehabilitationskliniken. Mit fünf Maximalversorgern in Berlin-Buch, Erfurt, Krefeld, Schwerin und Wuppertal nimmt HELIOS im deutschen Klinikmarkt eine führende Position bei der Privatisierung von Kliniken dieser Größe ein. Darüber hinaus hat die Klinikgruppe 30 Medizinische Versorgungszentren (MVZ). HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von
stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der HELIOS Konzernzentrale ist Berlin.
HELIOS versorgt jährlich mehr als zwei Millionen Patienten, davon rund 650.000 stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 19.000 Betten und beschäftigt über 34.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2010 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.
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