HELIOS Klinikum Gotha

Holmium Laser Enukleation der Prostata

 

 

Eine Vergrößerung der Prostata ist bei Männern die häufigste Ursache für eine Abschwächung des Harnstrahls, Harnverhalt und häufiges nächtliches Wasserlassen. Da die Harnröhre im Anfangsteil unterhalb der Blase und oberhalb des Schließmuskels von der Prostatadrüse umschlossen wird, kann eine Prostatavergrößerung die Harnröhre abdrücken und zur Störung der Blasenentleerung führen.

 

Anfangs kann versucht werden, mit Hilfe von Medikamenten eine Besserung zu erzielen. Weiterhin sollte eine bösartige Prostataerkrankung durch einen Bluttest (sog. PSA-Wert), eine Tastuntersuchung der Prostata und eventuell eine Ultraschalluntersuchung ausgeschlossen werden. Nehmen die Entleerungsstörungen der Blase zu, ist häufig eine Entfernung derjenigen inneren Prostataanteile erforderlich, die die Urinpassage behindern. Hierbei kann die äußere Kapsel der Prostata verbleiben und muss nicht entfernt werden. Dies ist auch der wesentliche Unterschied zur totalen (radikalen) Prostataentfernung bei einer bösartigen Erkrankung, bei der die äußeren Kapselanteile als Entstehungszone des Krebs komplett entfernt werden müssen.

 

Operationsverfahren

Schon seit Jahrzehnten ist es den Urologen möglich, die inneren und gutartig vergrößerten Anteile der Prostata auf natürlichem Weg durch die Harnröhre zu entfernen. Eine seit Jahrzehnten bewährte Methode ist die sogenannte Resektion (TUR Prostata), bei der mittels Hochfrequenzstrom die Prostata in Einzelsegmenten verkleinert wird (im Volksmund oft als abhobeln bezeichnet). Alternativ können heute auch blutungsfreie bzw. blutungsarme Lasertechniken eingesetzt werden, um die Prostata zu verkleinern. Hierbei unterscheidet man eine oberflächliche Laserverdampfung des Prostatagewebes (sog. Vaporisation wie beispielsweise die GreenLight- Technik), eine innere Laserverdampfung (sog. interstitielle Lasertherapie) und eine Komplettentfernung der inneren Drüse als sog. Laser- Enukleation. Diese Technik erfolgt mit Hilfe eines Holmium-Lasers.

 

Seit 2010 bietet die urologische Abteilung des HELIOS Klinikum Gotha dieses Laserverfahren zur Behandlung der Vergrößerung der Prostata an. Hierbei wird mit einer Lasersonde unter optischer (endoskopischer) Kontrolle die gesamte innere Drüse von der Prostatakapsel gelöst. Der Laserstrahl schneidet die vergrößerten Anteile der Prostata (Adenomanteil) vollständig heraus und verödet im gleichen Schritt die umliegenden Gefäße. Dies ermöglicht ein nahezu blutungsloses Operieren. Das gelöste Gewebe wird anschließend in der Blase mit einem Spezialgerät zerkleinert (morcelliert) und abgesaugt. Für die Patienten bedeutet dies größtmögliche Sicherheit, bei geringer körperlicher Belastung.

 

Der Vorteil der Holmium-Laser-Enukleation gegenüber den übrigen Laserverfahren besteht darin, dass durch die Komplettentfernung ein langfristiger Erfolg gesichert werden kann. Verbunden mit der verringerten Katheterliegezeit und einer kürzeren Krankenhausverweildauer, empfinden die Patienten den Eingriff als besonders schonend. Der Therapieerfolg ist meist umgehend nach der Operation spürbar. Das mit dem Holmium-Laser entfernte Gewebe kann in der Pathologie mikroskopisch untersucht werden, beim gewebezerstörenden (= verdampfenden) Laserverfahren ist das nicht möglich.

 

In unserem Hause wurde zur Vorbereitung eine spezielle endo- urologische Sprechstunde eingerichtet. Hier werden mit dem Patienten in einem individuellen und ruhigen Gespräch Besonderheiten der Operation besprochen und Ängste genommen.

 

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

 



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