HELIOS Klinikum Gifhorn

Stellungnahme des HELIOS Klinikum Gifhorn

Die Gewerkschaft ver.di hat in einer Pressemitteilung, die am 23.10.2015 versendet wurde, den niedersächsischen HELIOS Kliniken vorgeworfen, durch Personalverknappung Gewinne zu erwirtschaften. In der Pressemitteilung beruft Verdi sich auf eine systematische Analyse, welche die Gewerkschaft in den vergangenen Monaten mit den Betriebsräten der Kliniken erstellt haben soll. Diese Analyse befasst sich laut ver.di mit den Themen Personalmangel im Pflegebereich, Outsourcing, Ausfallkonzept bei Krankheit, Stationsschließungen, Gesundheitsschutz der Mitarbeiter und Gefährdungsanzeigen. Weder die Datengrundlage noch  Erhebungsdetails oder Ergebnisse der Analyse liegen HELIOS vor.


Stellungnahme des HELIOS Klinikum Gifhorn

 
Wir fühlen uns sowohl einer überdurchschnittlichen medizinischen wie auch pflegerischen Qualität (Betreuungsqualität) verpflichtet. Diese Ziele sind nur erreichbar, wenn wir unseren Mitarbeitern neben überdurchschnittlich guter Aus-, Fort- und Weiterbildung auch ein gutes Arbeitsumfeld bieten.

 
Die Arbeitsbedingungen in deutschen Krankenhäusern haben sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Das erfordert auf verschiedenen Ebenen Anpassungsprozesse. Alleine mehr Personal einzusetzen löst das Thema der Arbeitsverdichtung nicht. Unzureichende Strukturen werden nicht davon besser, dass mehr Mitarbeiter in diesen Strukturen arbeiten. Wir müssen vielmehr die Qualität der Zusammenarbeit und die Qualifikation der Beschäftigten verbessern.

 
Wir helfen Mitarbeitern mehr, wenn wir Strukturen und Prozesse sowohl innerhalb der einzelnen Abteilung aber auch der Teams verbessern und somit überflüssige Mehrarbeit verhindern. Dies entlastet nicht nur die Beschäftigten im Krankenhaus, sondern kommt auch unmittelbar den Patienten zu Gute. Die sich seit Jahren nachprüfbar verbessernde medizinische Qualität in den HELIOS Kliniken zeigt, dass wir mit diesem Ansatz auf dem richtigen Weg sind.

 
Pauschal vorgegebene Personalmindeststandards lehnen wir ab, da sie den durchaus differenzierten Herausforderungen im Krankenhausalltag nicht gerecht werden. Die Vorgabe von Personalstandards würde die Wiederkehr zum alten und als fehlerhaft erkannten Selbstkostendeckungsprinzip in der Krankenhausfinanzierung bedeuten.

 
Uns ist kein wissenschaftlich bewiesener Zusammenhang zwischen der Zahl des eingesetzten Personals und der Behandlungsqualität in Deutschland bekannt.

 
Zudem sehen wir unsere Rolle nicht darin, unsere Krankenhäuser als Bühne für politische Interessengruppen zur Verfügung stellen. Neben großen Zweifeln an der Seriosität der von ver.di verbreiteten Darstellung halten wir einseitige Rufe nach mehr Personal gegen hohe Arbeitsbelastung für wenig sinnvoll.

 
HELIOS beschäftigt im Vergleich zu allen bundesdeutschen Krankenhäusern im Durchschnitt weniger Personal, trotzdem ist die medizinische Qualität deutlich besser als im Bundesschnitt. Gleichzeitig zeigen auch unsere Vergleiche in Bezug auf die Krankheitsquoten unserer Mitarbeiter, dass unsere Mitarbeiter nicht kränker sind bzw. höhere Ausfallzeiten haben, als dies im Schnitt in allen deutschen Krankenhäusern der Fall ist.

 
Grundsätzlich gilt, dass Anzeichen von Überlastung nicht einseitig auf zu wenig Personal zurückzuführen sind, sondern auch auf die Frage, wie die Arbeit organisiert wird. Wir hinterfragen mit Reviews Abläufe in unserer Klinik, verbessern diese permanent zeitlich wie inhaltlich im Interesse von Patienten und Mitarbeitern, und setzt hierfür auch Benchmarks als Indikatoren ein, um konkrete Handlungs- und Verbesserungsbedarfe gezielt zu erkennen und anzugehen. Auch die Überstundenstände schauen wir regelmäßig mit der Zielsetzung an, bei überdurchschnittlichem Bestand nachzufragen, welche Maßnahmen zur Reduzierung angestoßen werden.




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