
1. Zielsetzung
Ziel der schulischen Maßnahmen ist die Wiedereingliederung in eine Schule, die den Leistungsvoraussetzungen des Kindes angemessen ist.
Bei Schülern, die aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten in die Klinik aufgenommen wurden, steht die soziale Integration in den Klassenverband und das häusliche Milieu im Vordergrund der pädagogischen Arbeit. Damit der Anschluss an den Leistungsstand der Klasse erhalten bleibt, wird in enger Zusammenarbeit mit der Heimatschule ein Förderplan erarbeitet.
Die Schülerinnen und Schüler, die eine Schädigung des Zentralen Nervensystems erlitten haben, können nach der Entlassung aus der Klinik in der Regel nicht in ihre Klasse reintegriert werden. Oft ist eine Wiederholung der Klasse, u. U. mit besonderen Fördermaßnahmen, notwendig. Je nach Schwere der eventuell bleibenden Behinderungen kann auch eine Umschulung in eine Sonderschule erforderlich sein.
2. Förderdiagnostik
Zu Beginn und während der gesamten Dauer des Aufenthaltes in der Rehabilitationsklinik wird in Zusammenarbeit mit den Eltern, den Lehrern zu Hause und den Therapiebereichen des Hauses der aktuelle Leistungsstand ermittelt:
und auf dieser Grundlage ein individuelles Unterrichtsangebot erarbeitet. Da die Kinder sich mehr oder weniger schnell ständig in ihren Fähigkeiten verbessern, ist der Aspekt der Prozessdiagnostik besonders hervorzuheben.
3. Schwerpunkte der Unterrichtsarbeit
Entsprechend den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen findet ein Unterricht statt, der sich an den Bedürfnissen und der Befindlichkeit jedes einzelnen Schülers orientiert. Es wird sowohl Einzel- als auch Gruppenunterricht erteilt.
Vorwiegend werden Inhalte der Fächer Deutsch, Mathematik und Sachkunde, in Einzelfällen auch weitere Fächer, in Anlehnung an die Lehrpläne (Sonderschulen bis Gymnasium) behandelt. Meist steht aber zunächst die Steigerung des Selbstwertgefühls und die Verbesserung der Lernmotivation im Vordergrund. Oft muss eine gerade erworbene Behinderung verarbeitet werden. Die Unterrichtsdauer reicht von 15 bis zu 120 Minuten pro Tag, je nach Belastbarkeit des Kindes.
Weitere Aufgabenfelder der Unterrichtsarbeit sind die Verringerung von Beeinträchtigungen der Wahrnehmung, der Konzentration und des Gedächtnisses sowie die Verbesserung der Gruppenfähigkeit.
Wenn es erforderlich und sinnvoll ist, werden die Kinder an den Umgang mit technischen Hilfsmitteln herangeführt (Computer, Bildschirmlesegerät, ...), um die Chancen einer schulischen Reintegration zu verbessern.
4. Nachbetreuung
Vor der Entlassung wird gemeinsam mit den übrigen Fachkräften der Klinik ein Vorschlag zur schulischen Eingliederung erarbeitet und Kontakt mit der aufnehmenden Schule aufgenommen.
Es wird mit dem zuständigen Schulamt und den zukünftigen Lehrkräften des Patienten genau abgesprochen, welche Unterrichtsbedingungen für eine erfolgreiche Wiedereingliederung geschaffen werden müssen.
Über jede Schülerin und jeden Schüler wird ein Bericht angefertigt, der u. a. Aussagen über die geleistete Unterrichtsarbeit, das Arbeits- und Sozialverhalten, das Lernvermögen und den schulischen Leistungsstand enthält.
Während der gesamten Aufenthaltsdauer ist ein intensiver Kontakt und Austausch mit den Eltern unerlässlich.
5. Kollegium
In der Klinikschule arbeiten zurzeit 7 Lehrer/innen mit insgesamt 88 Lehrerstunden. 4 von ihnen sind Sonderpädagogen/innen mit unterschiedlichen Fachrichtungen, 2 sind aus der Realschule Geesthacht und 1 Kollege aus der Grund- und Hauptschule am Buntenskamp abgeordnet.