Die Hyperhidrose versteht sich als krankhaft vermehrte Schweißproduktion, die sowohl als lokale oder auch als generalisierte Form anzutreffen ist. Die Hyperhidrose geht entweder mit bestimmten individuellen Begleitumständen einher (Adipositas, Akklimatisierung, Klimakterium) oder lässt sich einer anderen Erkrankung zuordnen.
Die meisten Patienten, welche sich in der dermatologischen Sprechstunde vorstellen, leiden jedoch unter einer fokalen Hyperhidrose. Sie ist vorzugsweise an den Händen, Füßen und in den Achselhöhlen lokalisiert. Wenn die rein konservativen Möglichkeiten der Therapie ausgeschöpft sind, haben sich drei Möglichkeiten der Behandlung etabliert.
Die Anwendung von Botulinumtoxin A zählt zu den durch Studien am besten abgesicherten Verfahren. Die Methode ist sehr wirkungsvoll, nebenwirkungsarm und hat eine gute Akzeptanz gefunden. Sie ist in der Achselhöhle aber auch an Händen und Füßen anwendbar. Der Wirkzeitraum ist zeitlich begrenzt (4-6 Monate), so dass die Therapie wiederholt werden muss. In Kombination mit lokalen Maßnahmen reicht aber oft eine einmalige Behandlung pro Jahr aus.
Die operative Behandlung der Hyperhidrosis axillarum stellt in der Regel das letzte Glied in der Behandlungskette dar. Bei den uns zugewiesenen Patienten sind in der Regel die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft. Als operative Möglichkeiten der Therapie bei der Hyperhidrosis axillarum sind derzeit das Absaugen der axillären Schweißdrüsen (Suktionskürettage) und die lokale Schweißdrüsenexcision und -exstirpation anerkannt.
Nach entsprechender Diagnostik (Minor´scher Schweißtest), einem ausführlichen Gespräch hinsichtlich der Alternativmethoden (Botulinumtoxin), erfolgen die Eingriffe in Tumeszenzanästhesie, einer besonderen Form der örtlicher Betäubung wie bei der Liposuktion.