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02.02.12

„Da friert einem ja das Hirn ein!“

Erfurt. Die Temperaturen gehen immer weiter in den Keller und da hört man ihn wieder, diesen Spruch: „Da friert einem ja das Hirn ein.“ Was aber ist dran an dieser Redewendung? Antworten haben die Experten am Zentrum für Neuromedizin im HELIOS Klinikum Erfurt.

 

„Tatsächlich ist es so, dass bei abnehmenden Temperaturen sich auch die Stoffwechselreaktionen verlangsamen. Damit einher gehen verlangsamte Denkprozesse. Erfrierende werden zunehmend träge, haben keinen Antrieb mehr, sich zu bewegen und dämmern langsam in die Bewusstlosigkeit“, erklärt Professor Steffen Rosahl, Chefarzt der Neurochirurgie im HELIOS Klinikum Erfurt. Ein Effekt, der übrigens auch medizinisch genutzt wird. So helfe das Absenken der Körpertemperatur bei der Behandlung schwerer Hirnverletzungen. „Der Sauerstoffbedarf sinkt dann und im besten Fall können schwerere Schäden begrenzt werden“, so Prof. Rosahl weiter.

 

Menschen, die an multipler Sklerose leiden, fühlen sich übrigens in der kalten Jahreszeit nicht selten besser als im Sommer. „Sie profitieren von der Kälte“, so Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Steinbrecher, Chefarzt der Neurologie im HELIOS Klinikum Erfurt. Eine leichte Minderung der Körpertemperatur sorge für eine vorübergehende Linderung der Beschwerden; entsprechend könne zum Beispiel kaltes Abduschen oder eine Therapie mit Kühlwesten bei manchen Patienten als unterstützende Zusatztherapie eingesetzt werden.