HELIOS Amper-Klinikum Dachau

Fersenschmerzen

Nicht nur ein Riss der Achillessehne kann Beschwerden und Bewegungseinschränkungen verursachen. Zahlreiche andere Ursachen können zu Fersenschmerzen führen.
Das Gewebe der Achillessehne selbst (Achillodynie) oder ihr Gleitgewebe (Paratenonitis) können sich krankhaft verändern. Typisch ist eine spindelförmige, druckschmerzhafte Verdickung drei bis vier Zentimeter oberhalb ihres Ansatzes am Fersenbein. Schleimbeutel, die die Sehne vor Druck schützen, können sich entzünden (Bursitis) und schmerzhaft verdicken. Ein Knochenvorsprung (Haglundexostose) oder die Ausbildung eines knöchernen Sporns (dorsaler Fersensporn) am Fersenbein können Gewebsreizungen und damit verbundene Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen. Auch die Einstrahlung der Achillessehnenfasern in das Fersenbein, wo sie mit dem Knochen verankert sind, können Schmerzen auslösen (Insertionstendopathie, Enthesiopathie). Vielfältige Ursachen können dafür verantwortlich sein: sportliche Über- und Fehlbelastung, Fehlstellungen von Unterschenkel und Fuß (Hohlfüße, hochhackige oder zu enge Schuhe), Sprunggelenksinstabilitäten, Begleiterkrankungen (z.B. rheumatische Erkrankungen, Durchblutungsstörungen usw.).

Wann ist eine Operation notwendig?
Wenn alle nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten (Einlagen, Schuhzurichtungen, Krankengymnastik, Physikalische Therapie, Medikamente, Stoßwellenbehandlung) keine anhaltende Besserung der Beschwerden bringen und die Schmerzen dauerhaft fortbestehen sollte man eine operative Therapie planen. Röntgenaufnahmen zeigen knöcherne Veränderungen. Ultraschall- oder Kernspinuntersuchungen können zusätzliche Informationen über das Ausmaß und die Lokalisation der Gewebeveränderung geben.

Wie wird die Operation durchgeführt?
Der Eingriff erfolgt in Teil- oder Vollnarkose und in Bauchlage. Das Prinzip der Operation ist es, entzündetes Gewebe an Knochen, Gleitgewebe oder der Sehne selbst freizulegen und zu entfernen. Sind störende Knochenkanten vorhanden werden diese abgetragen. Hierzu muss manchmal die Achillessehne an ihrem Ansatz teilweise abgelöst werden. Zur Entlastung der Wunde wird noch in Narkose eine Gipsschiene angelegt.

Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?
Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel ein bis sieben Tage. Manchmal, wenn beispielsweise starke Schwellungen auftreten, empfehlen wir einen stationären Aufenthalt bis zum Abschluss der Wundheilung am zehnten Tag.

Wie sieht die Nachbehandlung aus?
Nach der Operation trägt der Patient eine Unterschenkelgipsschiene. Der Patient soll zunächst nicht auftreten und geht an Unterarmgehstützen. Sobald es die Schwellung der Wunde zulässt, in der Regel am zweiten bis dritten postoperativen Tag, wird abhängig von der durchgeführten Operation eine Stiefelorthese mit oder ohne Fersenkeil angepasst und der Patient darf das Bein mit 20-30 kg belasten. Am zehnten Tag nach der Operation werden die Wundfäden entfernt. Nach der sechsten Woche darf in der Regel wieder normales Schuhwerk getragen werden. Krankengymnastik und physikalische Therapie können begleitend direkt nach der Operation erfolgen. Solange der Fuß nicht voll belastet werden darf, müssen Antithrombosespritzen verabreicht werden.
In Abhängigkeit von der durchgeführten Operation kann mit leichtem Lauftraining drei bis sechs, bei Insertionstendopathien zwölf Wochen nach der Operation begonnen werden. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Ursachen, die zum Fersenschmerz führten, analysiert und beseitigt werden. Der Trainingsaufbau zu voller sportlicher Leistungsfähigkeit erfolgt dann stufenweise.

Prof. Dr. med. Michael Scherer

Chefarzt
Tel.: 08131/76 372
Fax.: 08131/76 4775
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