HELIOS Amper-Klinikum Dachau

Multimodale Schmerztherapie

Unter interdisziplinärer multimodaler Schmerztherapie versteht man nach Definition der Expertenkommission der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes die gleichzeitige, inhaltlich, zeitlich und in der Vorgehensweise aufeinander abgestimmte umfassende Behandlung von Patienten mit chronifizierten Schmerzsyndromen, in die verschiedene somatische, körperlich übende, psychologisch übende und psychotherapeutische Verfahren nach vorgegebenem Behandlungsplan mit identischem, unter den Therapeuten abgesprochenem Therapieziel eingebunden sind.
Die Behandlung wird von einem ärztlich geleiteten Therapeutenteam aus Ärzten, Psychologen bzw. Psychotherapeuten und weiteren Disziplinen wie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Mototherapeuten und anderen erbracht. Obligat ist eine gemeinsame Beurteilung des Behandlungsverlaufs innerhalb regelmäßiger vorgeplanter Teambesprechungen unter Einbindung aller Therapeuten.

Zentrales Behandlungsziel ist die Wiederherstellung der objektiven und subjektiven Funktionsfähigkeit („funktional restoration“) mit Steigerung der Kontrollfähigkeit und des Kompetenzgefühls der Betroffenen, die Vorgehensweise ist ressourcenorientiert.

Multimodale Schmerztherapie ist nicht auf bestimmte Schmerzdiagnosen begrenzt, sondern kann bei allen chronischen Schmerzzuständen zum Tragen kommen. Voraussetzung für die Teilnahme an einer Therapie ist das zweitägige Aufnahmeverfahren, das an der Schmerztagesklinik durchgeführt wird. Im Rahmen einer ausführlichen medizinischen Anamnese und genauer körperlicher Untersuchung, psychologischer Anamnese, krankengymnastischer und mototherapeutischer Befunderhebung sowie einer Sozialanamnese werden die vielfältigen Facetten des Schmerzgeschehens und deren Auswirkungen beleuchtet. In einem etwa halbstündigen Abschlussgespräch werden dann die Ergebnisse mit dem Patienten besprochen, gegebenenfalls weitere medizinische Maßnahmen eingeleitet und das konkrete Vorgehen abgestimmt. In diese Entscheidungen ist der Patient immer eingebunden.

Zu den häufigsten Krankheitsbildern, die an der Schmerztagesklinik behandelt werden, gehören

  • anhaltende oder wiederkehrende Rückenschmerzen
  • schwer behandelbare Migräne oder Spannungskopfschmerzen
  • Schmerzen des Bewegungsapparates inklusive Fibromyalgie
  • alle anderen chronischen Schmerzzustände  


Verbindendes Element ist das Ziel, den Patient dazu zu befähigen, seine vorhandenen Fähigkeiten optimal einzusetzen und auszubauen, um so eine Reduzierung der körperlichen und seelischen Belastungen zu erreichen. Diese komplexe Aufgabe erfordert die beschriebene vielschichtige und eng abgestimmte Herangehensweise, die nur durch ein berufsübergreifendes Behandlerteam bewerkstelligt werden kann.

Wesentliche Therapiebausteine sind

  • medizinische und medikamentöse Begleitung
  • körperliches Aktivierungsprogramm mit Haltungsschulung, Koordinationstraining und Walkingeinheiten
  • gezielte Verbesserung der Wahrnehmungsfähigkeit körperlicher Signale und Prozesse
  • psychologische Schmerzbewältigungstherapie
  • Entspannungstraining
  • gesundheitsfördernde Alltagsplanung


Neben den Gruppenstunden finden regelmäßige Einzeltermine statt, um den persönlichen Belangen ausreichend Aufmerksamkeit schenken zu können. Die Erfolge einer solchen Schmerztherapie zeigen sich in den begleitenden wissenschaftlichen Untersuchungen: über die Schmerzreduktion hinaus berichten die Patientin von deutlichen Verbesserungen im Hinblick auf schmerzbedingte Beeinträchtigungen und Befindensstörungen. Die Lebensqualität steigt, und über die Hälfte der zuvor Kranken kehrt in den Arbeitsmarkt zurück.

Dr. Bernhard Arnold

Chefarzt
Tel.: 08131/76 4050
Fax.: 08131/76 4060
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