15.07.09
Operieren nach Plan rettet Leben. HELIOS hat das früh erkannt und hat seit April 2009 Checklisten als Sicherheitssystem bei allen Operationen zur Pflicht gemacht. Im HELIOS Seehospital Sahlenburg kommen die zusätzlichen Fragebögen bereits seit Anfang 2009 zum Einsatz.
Checklisten machen Operationen sicherer
Durch den Einsatz der von der Weltgesundheitsorganisation WHO entwickelten „Surgical Safety Checklist“ in acht Ländern konnte die Sterblichkeit von Patienten bei Operationen von 1,5 auf 0,8 Prozent gesenkt werden, die Komplikationsrate fiel von elf auf sieben Prozent. HELIOS war an der Entwicklung der Checkliste beteiligt.
Seit dem 1. Februar 2009 und damit vor dem offiziellen Start, wurde im HELIOS Seehospital Sahlenburg kein Patient mehr ohne die entsprechenden Unterschriften auf den Checklisten operiert. Bei zirka 2200 Operationen im Jahr heißt das jeweils vor und während der Operation zusätzliche Einschätzung der Risiken, Überprüfung von Angaben und deren Dokumentation auf den Listen. Nach über viermonatiger Erfahrung ist nach Ansicht der Mitarbeiter im Seehospital nicht nur zu sagen, dass die Kampagne gut angelaufen ist, sondern das sorgfältige Bearbeiten der Checklisten eine zusätzliche Sicherheit für die Patienten bedeutet und den zeitlichen Mehraufwand somit absolut rechtfertigt.
Drei Checklisten bei HELIOS
Die Checkliste PRÄ dient der Einschätzung von Risiken, die bereits vor einer Operation bestehen. Das Risiko des Patienten wird interdisziplinär anhand von Vorerkrankungen, Befunden und Art der geplanten Operation eingeschätzt. Daraus leiten sich Vorgaben für die weitere Betreuung des Patienten ab.
Die Checkliste PERI, eine Weiterentwicklung der WHO Checkliste, dient der Vermeidung von Behandlungsfehlern unmittelbar vor, während und direkt nach der OP. Eine fehlende Patienteneinwilligung, falsch operierte Gliedmaßen oder im Körper vergessene Tupfer sollen damit verhindert werden.
Die Checkliste POST ist derzeit in der Entwicklung: Mit ihr wird der Patient nach der Operation engmaschig überwacht. Sie wird noch in diesem Jahr konzernweit in einer Testphase eingesetzt und soll ab 2010 verbindlich eingesetzt werden.
„Wir wollen, dass alle Patienten, die in einer HELIOS Klinik operiert werden, dieses Plus an Sicherheit bekommen. Der konzernweite Einsatz dieses Sicherheitssystems wird uns das ermöglichen“, sagte Dr. Francesco De Meo, Vorsitzender der HELIOS Geschäftsführung. „Checklisten sind eine sinnvolle Erweiterung unseres Qualitätsmanagements. Sie erlauben es uns, Behandlungsabläufe zu optimieren, Fehler rechtzeitig zu erkennen und damit letztlich Behandlungsfehler zu vermeiden“, so De Meo.
Erfolgskontrolle über HELIOS RiskConsole und Qualitätsmanagement
Die Wirksamkeit und den Erfolg der am 1. April startenden Initiative „Gemeinsam. Für mehr Sicherheit“ wird HELIOS fortlaufend überprüfen. Dazu nutzt die Klinikgruppe ihre so genannte RiskConsole, eine differenzierte Aufschlüsselung aller Haftpflichtfälle im Konzern. „Seit 2008 veröffentlichen wir alle Schadensfälle in unseren Kliniken. Mit dieser transparenten Erfassung werden wir die Wirksamkeit unserer Checklisten langfristig überprüfen können“, so der Leiter der Abteilung für Prozessentwicklung bei HELIOS, PD Dr. Henning Baberg. Darüber hinaus werden bei HELIOS Komplikationen und Todesfälle über das bereits seit 2001 etablierte Qualitätsmanagementsystem erfasst und im Peer-Review-Verfahren ausgewertet.
Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 62 eigene Kliniken, darunter 43 Akutkrankenhäuser und 19 Rehabilitationskliniken. Mit fünf Maximalversorgern in Berlin-Buch, Erfurt, Wuppertal, Schwerin und Krefeld nimmt HELIOS im deutschen Klinikmarkt eine führende Position bei der Privatisierung von Kliniken dieser Größe ein. Darüber hinaus hat die Klinikgruppe 23 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sechs Seniorenresidenzen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der HELIOS Konzernzentrale ist Berlin.
HELIOS versorgt jährlich 2 Millionen Patienten, davon 600.000 stationär. Die Klinikgruppe verfügt über insgesamt mehr als 18.000 Betten und beschäftigt rund 32.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2008 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius SE.
Pressekontakt:
Ines Zahmel
Telefon: 04721/604-0 und 040/79006-553
E-Mail: ines.zahmel@helios-kliniken.de