22.11.11
Wenn ein Hüftgelenk ersetzt werden soll, ist die exakte Prothesenplanung vor der Operation unverzichtbar. Die gesetzlich vorgeschriebene Planung und Dokumentation von Prothesen erfordert ein maßstabsgerechtes Röntgenbild. Doch ausgedruckte Bilder und Planungszeichnungen mit Lineal und Zeichenstift gehören in der HELIOS Rosmann Klinik Breisach inzwischen der Vergangenheit an. Mit Hilfe eines modernen, computerunterstützten Planungssystems und der seit Jahren üblichen digitalen Röntgentechnik ist es nämlich möglich, die Prothesenplanung ausschließlich am Bildschirm durchzuführen. Dieses Verfahren ist deutlich schneller - bei hoher Planungsqualität und besserer Dokumentation.
Das heißt: Wie ein Konstrukteur, ein Architekt oder ein technischer Zeichner sitzt der Operateur am CAD-Bildschirm (CAD = computer aided design), wenn er ein Hüftgelenk für den Patienten plant. Der Abgleich einer maßstabsgerechten Abbildung der Prothesengröße mit dem Röntgenbild gelingt durch eine digitale Röntgenaufnahme mit einer 25mm Kalibrierkugel.
Ein wichtiger Teil des Planungsprogramms ist eine Implantatdatenbank, welche fortlaufend erweitert wird. Der Operateur kann somit sofort auf dem Bildschirm das optimal passende Implantat (z.B. Pfanne, Schaft, Kopfgröße) auswählen und erforderliche Korrekturen am Skelett durchführen. Die fertige Planung wird abschließend gespeichert und rechtssicher dokumentiert.
Neben der Exaktheit und Reproduzierbarkeit hat die digitale Planung für Oberarzt Dr. Ralph Nitsche zwei weitere entscheidende Vorteile: „Insbesondere im Rahmen der Assistentenausbildung ist dieses Tool hervorragend geeignet, um sich mit der Endoprothetik und ihren Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Der Lerneffekt ist hoch. Im Wesentlichen aber kommt die Genauigkeit der Planung und die eingesparte Zeit unseren Patienten zugute.“