HELIOS St. Josefs-Hospital Bochum-Linden

100. Herzschrittmacher in Borna implantiert

 

Borna. Ein Herzschrittmacher bringt Menschen, die an massiven Herzrhythmusstörungen leiden, wieder Sicherheit und ein hohes Maß an Lebensqualität zurück. Die Kardiologen am HELIOS Klinikum Borna setzten das kleine, nur wenige Gramm leichte Gerät jetzt zum 100. Mal ein.

 

Nicht einmal eine Stunde dauerte der Eingriff – dann hatten die Kardiologen um den stellvertretenden Chefarzt Dr. med. Uwe Müller den Schrittmacher bei Renate Türke implantiert. "Mir geht es seither sehr viel besser", freut sich die 76jährige. "Endlich bin ich den Schwindel los."

 

Schnelle Hilfe dank besonnener Nachbarin

Die Krankengeschichte der Bornaerin ist abenteuerlich: Ganz schnell und völlig überraschend stieg ihr Blutdruck, eine Nachbarin, der Frau Türke davon erzählte,  reagierte umgehend und rief den Notarzt. Der machte Frau Türke klar, dass sie sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben solle und brachte sie in das HELIOS Klinikum nach Borna. "Frau Türke hat echtes Glück gehabt, dass ihre Nachbarin so beherzt reagiert hat", bestätigt Dr. Müller. "Wir haben bei der Patientin sofort eine Messung der Herztätigkeit über einen längeren Zeitraum vorgenommen." Dieses Langzeit-EKG zeigte ganz deutlich die Herzrhythmusstörungen, die für den Schwindel verantwortlich sind. "Hätten wir Frau Türke nicht umgehend einen Herzschrittmacher eingesetzt, hätten ihr unter Umständen immer längere Herzstillstände und damit verbundene Ohnmachten mit Verletzungsfolgen drohen können“, erläutert der Kardiologe.

 

Eingriff unter örtlicher Betäubung

Bei der Implantation eines Herzschrittmachers ist in der Regel nur eine örtliche Narkose nötig. Nur in Ausnahmefällen werden den Patienten noch zusätzliche Beruhigungs- oder Schlafmittel gegeben. Frau Türke jedoch konnte mitverfolgen, wie die Routineoperation von statten ging. „Als erstes machten wir einen nur wenige Zentimeter langen Schnitt unterhalb des Schlüsselbeins“, beschreibt Dr. Müller den Eingriff. "Danach haben wir ein elektrisches Kabel über eine Vene bis zum Herzmuskel geschoben." Über dieses Kabel führte das OP-Team zunächst einige Messungen durch, bevor der optimal auf Frau Türke eingestellte Herzschrittmacher oberhalb der Rippen implantiert wurde.

 

Regelmäßig zur Nachuntersuchung

In Zukunft muss die 76jährige regelmäßig zur Nachuntersuchung, zunächst vierteljährlich, dann im Abstand von sechs Monaten. Mit Hilfe eines Magnetinduktionsgerätes lesen die Experten am Bornaer Krankenhaus den Herzschrittmacher dann aus und sehen so, ob das Gerät regelmäßig arbeitet. Denn sobald der Puls unter einen gewissen Wert rutscht, gibt der Herzschrittmacher kleine Impulse ab und regt damit den Herzmuskel an.  "Er zeigt  quasi dem Herzen, dass es etwas häufiger seiner Aufgabe – nämlich den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen – nachkommen muss", so Müller.

 

Hintergrund: Herzkatheterlabor

Seit Anfang 2008 arbeiten die HELIOS Kliniken Leipziger Land mit einem Linksherzkatheter. Mit der Erweiterung Mitte 2011 verfügen sie über einen der modernsten Messplätze zwischen Leipzig und Chemnitz. Sie versorgen sowohl chronisch kranke als auch akut kranke Patienten sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Meist werden die Untersuchungen geplant durchgeführt. Im Notfall muss es dann allerdings schnell gehen: Wie viel Herzgewebe verloren geht, hängt nämlich maßgeblich von dem Zeitraum ab, der bis zur Beseitigung der Verstopfung in den betroffenen Herzkranzgefäßen vergeht. Eine sorgfältige Diagnostik von Erkrankungen des Herzens ist der Schlüssel für eine zielgerichtete und erfolgreiche Behandlung. Dies schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Wurden 2010 noch elf Herzschrittmacher implantiert, waren es im Jahr darauf bereits 64. Dass bereits jetzt im ersten Quartal der insgesamt 100. Eingriff vorgenommen werden konnte, lässt auch für 2012 eine steigende Zahl von Eingriffen erwarten.

 

Die HELIOS Kliniken Leipziger Land

Die HELIOS Kliniken Leipziger Land sind angesiedelt in Borna und Zwenkau. Mit den zentral zwischen Leipzig und Chemnitz gelegenen Standorten stellen sie eine qualitativ hochwertige Versorgung der Bevölkerung mit ambulanten und stationären Leistungen sicher – weit über den Landkreis Leipziger Land hinaus. Die angebotene Fächervielfalt kommt der eines Schwerpunktversorgers gleich. Die HELIOS Kliniken Leipziger Land verfügen derzeit über 470 Betten in zehn bettenführenden Fachabteilungen mit elf chefarztgeführten Kliniken und Instituten. Jede Klinik bietet auf hohem diagnostischem und therapeutischem Niveau eine über das Maß der Grund- und Regelversorgung reichende qualifizierte Akutmedizin.




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