28.10.11
In der aktuellen Ausgabe des Medizin-Fachmagazins „The Lancet“ erscheint eine neue Studie, die zeigt, dass die regelmäßige Einnahme von Aspirin® (Acetylsalicylsäure) das Langzeitrisiko von Krebserkrankungen bei erblichen Darmkrebs halbiert. An der internationalen Studie hat auch die Darmkrebsexpertin und Chefärztin Frau Professor Gabriela Möslein vom HELIOS St. Josefs-Hospital Bochum-Linden mitgewirkt.
In der bedeutenden internationalen Studie geht es um den vorbeugenden Effekt des als Kopfschmerzmittel bekannten Wirkstoffes Acetylsalicylsäure auf den Ausbruch einer tatsächlichen Krebserkrankung bei Menschen mit erblichen Darmkrebsrisiko. Allerdings wird dieser vor allem präventive Effekt erst mehrere Jahre nach der Aspirin®-Einnahme erkennbar. Die auch als Lynch-Syndrom oder HNPCC bekannte Krankheit ist ein Spezialgebiet der HELIOS Chefärztin Prof. Gabriela Möslein, die sich bundesweit auch in Selbsthilfegruppen für von familiären Darmkrebs Betroffene engagiert.
„Das Thema betrifft mehr Menschen, als man denken würde: Etwa 1,8 Prozent der Bevölkerung haben das Gen, das zu diesem Syndrom führen kann. Die Studie ist daher für Betroffene eine wichtige Neuigkeit. Besonders die Tatsache, dass ein schon so lange bekanntes Medikament bei langfristiger Einnahme das Risiko für den Ausbruch von Darmkrebs um 50% senkt, dürfte für viel Aufsehen sorgen“, ist sich die Bochumer Medizinerin sicher. Sie behandelt in der Bochumer HELIOS Klinik, die als Bauch- und Darmzentrum zertifiziert ist, häufig betroffene Patienten.
In den vergangenen 20 Jahren summierten sich die Nachweise der Vorzüge einer Einnahme von Acetylsalicylsäure, aber diese neuesten Ergebnisse zeigen erstmalig im Rahmen einer randomisierten und kontrollierten Studie den beeindruckenden vorbeugenden Effekt der Substanz. Die Studie wurde von Prof. John Burn von der Newcastle University geführt unter Einschluss zahlreicher Länder, wobei Deutschland eine große Anzahl von Patienten über die nationale Projektkoordinatorin Frau Prof. Möslein, als international anerkannte Chirurgin und Wissenschaftlerin für erbliche Krebserkrankungen.
Insgesamt hat diese Studie Wissenschaftler aus 43 Zentren aus 16 Ländern eingebunden, die fast 1000 Patienten mit dem erblichen Syndrom regelmäßig untersuchten, manchmal sogar über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren. Eingeschlossen wurden Patienten mit einem Lynch-Syndrom, eine erbliche genetische Disposition, die Gene schädigt, die für die Reparatur der DNA verantwortlich sind. Ungefähr die Hälfte der Menschen mit dieser Veranlagung entwickeln Krebserkrankungen, vor allem im Dickdarm und in der Gebärmutter. Es wird geschätzt, dass in Deutschland 96.000 Menschen diese erbliche Veranlagung haben – die meisten könnten durch Beachtung der Krebserkrankungsfälle in der Familie vor einer Krebserkrankung erkannt werden.
„Leider ist es traurige Realität, dass meistens Familien erst durch das Auftreten einer Krebsdiagnose erkannt werden und auch nur dann, wenn die behandelnden Ärzte auf die familiäre Häufung aufmerksam werden“, stellt Gabriela Möslein heraus. Prof. Gabriela Möslein erläutert weiter: „Wir konnten die Vorzüge von Aspirin® erfolgreich messen, weil wir auf Langzeitdaten zurückschauen konnten, da die Entwicklung der Krebserkrankungen leider bei Personen mit der erblichen Veranlagung sehr rasch von statten geht. Es ist toll, dass wir neben der nicht recht belastenden Vorsorge der Patienten mit einem Lynch-Syndrom jetzt etwas in der Hand haben, um Krebserkrankungen sogar zu vermeiden. Wir konnten durch die Bereitschaft unserer deutschen Patienten an der Studie teilzunehmen belegen, dass wir wichtige und klinisch sehr relevante Fragen in Studien beantworten, die unmittelbar betroffenen Menschen und auch den nächsten Generationen zu Gute kommen werden.“
Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 64 eigene Kliniken, darunter 44 Akutkrankenhäuser und 20 Rehabilitationskliniken. Mit fünf Maximalversorgern in Berlin-Buch, Erfurt, Krefeld, Schwerin und Wuppertal nimmt HELIOS im deutschen Klinikmarkt eine führende Position bei der Privatisierung von Kliniken dieser Größe ein. Darüber hinaus hat die Klinikgruppe 30 Medizinische Versorgungszentren (MVZ). HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der HELIOS Konzernzentrale ist Berlin.
HELIOS versorgt jährlich mehr als zwei Millionen Patienten, davon rund 650.000 stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 19.000 Betten und beschäftigt über 34.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2010 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.
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