22.04.10
Bei Herzschwächen und Darmoperationen bietet das HELIOS St. Josefs-Hospital Bochum-Linden eine deutlich bessere Qualität als der Durchschnitt deutscher Krankenhäuser. Dies zeigen die jetzt veröffentlichten Qualitätsergebnisse der „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM), bei der das Bochumer Krankenhaus Mitglied ist. An den Zahlen der IQM-Kliniken, zu denen bundesweit auch große Unikliniken gehören, lässt sich ablesen, wie erfolgreich das Krankenhaus Patienten bei wichtigen Krankheiten behandelt.
Die Ergebnisse der trägerübergreifenden Initiative, bei der neben den HELIOS Kliniken bspw. auch die Berliner Charité oder die berufgenossenschaftlichen Kliniken ihre Daten veröffentlichen, wurden am Montag in einer großen Pressekonferenz in Berlin vorgestellt. Nun stellt auch die Bochumer HELIOS Klinik ihre individuellen Ergebnisse vor.
„Der Vergleich mit dem Durchschnitt der anderen IQM-Kliniken zeigt, dass wir hier im HELIOS St. Josefs-Hospital Bochum-Linden hervorragende medizinische Ergebnisse erzielen. Wir haben insgesamt 17 von 18 medizinischen Zielen erreicht und bieten in unserem gesamten Leistungsspektrum deutlich überdurchschnittliche Qualität – nicht nur in einigen Leuchtturmdisziplinen. Zudem können wir durch das transparente Darstellen der Qualitätszahlen gut erkennen, an welchen Punkten wir noch arbeiten müssen“, erläutert der Ärztliche Direktor des HELIOS St. Josefs-Hospital Bochum-Linden, Prof. Dr. Patrick Haage.
Insbesondere bei Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz (Herzschwäche), werden in Bochum-Linden traditionell sehr gute Ergebnisse erreicht. Erkennbar ist dies beispielweise an der sogenannten Sterblichkeitsrate. Das Ziel für die Bochumer Klinik lautet hier: Verglichen mit den Durchschnittsergebnissen deutscher Krankenhäuser dürfen maximal 9,7% aller Menschen, die mit einer Herzschwäche in das Krankenhaus kommen, an Ihrer Krankheit versterben. Hier erreicht das HELIOS St. Josefs-Hospital Bochum-Linden eine Rate von nur 3% und ist damit auch deutlich besser als der Durchschnitt aller Kliniken der Initiative Qualitätsmedizin, der bei 8,4% liegt.
„Der Anteil der Todesfälle ist ein sehr harter Faktor – aber er zeigt bei den vielen Fällen eines ganzen Jahres am Ende sehr gut, dass bei uns die medizinische Qualität in allen Bereichen stimmt. Wir haben in Bochum beispielsweise ein hochkompetentes Team in der Inneren Medizin, das sich gerade auf Bluthochdruckerkrankungen und Herzinsuffizienz spezialisiert hat. Das zeigt sich auch an der Anzahl der Fälle, die für ein Haus unserer Größe sehr gut ist. Die genaue Diagnosestellung und intensive Gespräche mit den Patienten sind ein entscheidender Faktor für den Erfolg“, erläutert Prof. Haage die Gründe für die guten Qualitätsdaten.
„Auf diesen tollen Ergebnissen wollen wir aufbauen und werden deshalb in diesem Jahr auch noch eine spezielle Sprechstunde für Kardiologie und Sportmedizin insbesondere bei Hypertonie und Herzinsuffizienz einführen“, so Dr. Jakobeit – Chefarzt Innere Medizin weiter.
Ebenso gut sehen die Zahlen bei der Darmchirurgie aus, mit weit besseren Ergebnissen als der Durchschnitt. Hier hat das Team um Prof. Dr. Gabriela Möslein die Einrichtung eines Darmzentrums voran getrieben hat, das im Januar diesen Jahres auch nach DIN ISO zertifiziert wurde.
Den Effekt eines solchen Qualitätsmanagements kann man auch gut bei der Kategorie „Beatmung“ in der Bochumer Klinik erkennen. Denn als die Zahlen noch im Jahr 2007 hier unter dem Durchschnitt lagen, hat man sich in einem so genannten „Peer Review“-Verfahren Ärzte aus anderen Kliniken ins Haus geholt, die das Bochumer Vorgehen untersuchten. Daraufhin wurden ganz konkret Änderungen im Behandlungsverfahren und neue Verantwortlichkeiten beschlossen. Im Ergebnis haben die Maßnahmen dazu geführt, dass die Anzahl der Todesfälle beim Hochrisiko-Thema Beatmung heute in Bochum nur noch bei 33,3% liegt und damit deutlich unter dem Zielwert von 35%.
Mit diesem Vorgehen wird auch das wichtigste Ziel der Initiative Qualitätsmedizin erreicht: Durch Transparenz die Verbesserung der Behandlungsqualität aktiv voranzutreiben und damit die Qualität von Kliniken insgesamt kontinuierlich weiter zu verbessern.
Weitere Informationen zu den Ergebnissen des HELIOS St. Josefs-Hospital Bochum-Linden und die Initiative Qualitätsmedizin finden Sie unter:
www.helios-kliniken.de/bochum-iqm
www.initiative-qualitaetsmedizin.de
Die Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM)
Führende Krankenhausträger haben sich 2008 zur „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM) zusammen geschlossen. Die Initiative mit Sitz in Berlin besteht deutschlandweit und ist offen für alle Trägergruppen. Gründungsinitiatoren sind die DAMP Gruppe, die Gesundheit Nordhessen Holding, die HELIOS Kliniken Gruppe, die Johanniter, die Medizinische Hochschule Hannover, die Malteser, die SRH Kliniken, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der TU Dresden, die Vereinigung Berufsgenossenschaftlicher Kliniken und das Universitätsspital Basel, die Charité - Universitätsmedizin Berlin, das Klinikum Saarbrücken, das Klinikum St. Elisabeth Straubing und die Ludwig-Maximilians-Universität München.
Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich, in ihren insgesamt 122 Kliniken mit knapp 1,5 Million stationären Patienten drei Grundsätze anzuwenden: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse auf einer trägerübergreifenden Plattform und die Durchführung von „Peer-Review-Verfahren“. Bei den Peer Reviews werden Behandlungsprozesse mit auffälligen Ergebnissen von internen und externen „Peers“, also ärztlichen Fachkollegen, auf mögliche Fehler in den Ergebnissen, Abläufen und Strukturen hin anhand der konkreten Fälle untersucht. Diese Erkenntnisse ermöglichen den Verantwortlichen vor Ort anschließend eine zielgenaue Vermeidung möglicher Qualitätsdefizite und der Verbesserung der Ergebnisqualität.
Qualitätssicherung auf Basis von Routinedaten
Das deutsche Fallpauschalensystem bietet die Möglichkeit, weitreichende Qualitätsinformationen aus den Abrechnungsdaten der Kliniken abzuleiten: Jede Leistung im Krankenhaus wird im Zuge der Abrechnung kodiert und in sog. ICD (International Classification of Diseases) bzw. OPS (Operationen- und Prozedurenschlüssel) abgebildet. Diese Routinedaten werden von den Kostenträgern überprüft, erfassen jeden behandelten Patienten und sind kurzfristig verfügbar. Die Qualitätsmessung über Qualitätsindikatoren auf Basis von Routinedaten bedeutet deshalb hohe Effizienz (kein zusätzlicher Dokumentationsaufwand in den Kliniken) und Objektivität (leichte Überprüfbarkeit).
Kontakt:
IQM Initiative Qualitätsmedizin e.V.
Friedrichstraße 166
D-10117 Berlin
www.initiative-qualitaetsmedizin.de
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