
Die Gallenblase ist ein kleines, beutelförmiges Organ an der Unterfläche der Leber. In der Blase wird die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit (= Galle) gesammelt, gespeichert und eingedickt. Nimmt der Mensch Nahrung auf, zieht sich die Gallenblase zusammen und presst die Galle über einen Ausführungsgang in den Zwölffingerdarm. Dort dient die Galle der Fettverdauung.
In der Galle können sich Klumpen (= Steine) bilden. Dies kann mehrere Ursachen haben. Meist enthält die Galle zu viel Cholesterin oder so genannte Gallenfarbstoffe. Dies ist der wichtigste Grund. Unterstützt wird die Steinbildung, wenn sich der Betreffende übermäßig oder fehlernährt. Weibliche Geschlechtshormone, die Anti-Baby-Pille, Schwangerschaft oder entsprechende familiäre Veranlagung können die Steinbildung begünstigen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer und alte Menschen häufiger als junge.
Gallensteine lassen sich schon früh durch Ultraschalluntersuchung erkennen und in ihrer Entwicklung beobachten. Falls nötig, können die Gallenblase und die zu- und abführenden Gallenwege durch spezielle Röntgenaufnahmen mit Einspritzung von Kontrastmittel (sogenannte ERCP oder PTC), ausnahmsweise auch durch Computertomographie und MRT dargestellt werden. Gallensteine müssen keine Beschwerden verursachen. Werden Gallensteine diagnostiziert, kann man versuchen, sie mit Medikamenten aufzulösen. Allerdings ist dieses Verfahren in weniger als 5% der Fälle erfolgreich. Auch bilden sich häufig trotz lebenslanger Medikamenteneinnahme wieder neue Steine, da die Ursache der Steinbildung in der Gallenblase nicht beseitigt werden kann.
Spätestens, wenn die Gallensteine Beschwerden verursachen, ist die Operation die Therapie der Wahl - insbesondere auch, weil Komplikationen umso häufiger werden, je länger das Steinleiden dauert. Die Gallenblase lässt sich auf verschiedene Weise operativ entfernen. Sitzen die Steine nur in der Gallenblase, wird heutzutage in 80 bis 90 % der Fälle endoskopisch operiert. Dabei führt der Chirurg röhrenförmige Licht, Sicht- und Arbeitsinstrumente über drei kleine Schnitte in die Bauchdecke ein, ohne den Bauch zu eröffnen - anders als bei der manchmal notwendigen offenen chirurgischen Operation, bei der der Chirurg die Gallenwege röntgen, kontrollieren und die Bauchorgane abtasten kann. Sitzen die Gallensteine in Blase und Gang wird versucht, in einer ersten Sitzung endoskopisch die Gallenwegssteine (über den Zwölffingerdarm) zu entfernen; am gleichen Tag bis Wochen später wird dann in einer zweiten Sitzung, ebenfalls endoskopisch, die Gallenblase, wie oben beschrieben, entfernt. Gelingen die endoskopischen Eingriffe nicht, muss auch hier offen operiert werden.
Komplikationen, die eine Nachoperation erfordern sind selten. Patienten, deren Gallenblase endoskopisch entfernt wurde, müssen in der Regel zwischen 2 und 4 Tage, Patienten nach offener Gallenblasenoperation 6 bis 8 Tage im Krankenhaus bleiben. Konnten die Gallenwegssteine und die Gallenblase nur über eine offene Operation entfernt werden, beträgt die Verweildauer 10 bis 14 Tage. Voll körperlich belasten können sich endoskopisch Operierte nach 3 Wochen, offen chirurgisch Operierte nach 8 bis 10 Wochen. Da die Galle nun nicht mehr in der Gallenblase konzentriert werden kann, sollten die Patienten lebenslang eine fettarme, blähungsfreie und leicht verdauliche Kost einhalten.
Wenden Sie sich bitte bei allen Fragen vertrauensvoll an unser Behandlungs- und Pflegeteam.

HELIOS Klinik Blankenhain
Chefarzt Allgemein- und
Viszeralchirurgie
Priv.-Doz. Dr. med. Claus Schneider
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Chefarzt Innere Medizin
Dr. med. Michael Liebetrau
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