
In den letzten Jahren wurde mit der Magnetresonanztomographie (MRT) eine neue, schonende Untersuchungsmethode entwickelt, die es uns erleichtert, wichtige Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu diagnostizieren.
Bei den folgenden Krankheiten liefert uns das Kardio-MRT wertvolle Informationen:
Besondere Vorteile der Methode sind ihre Genauigkeit in der Ausmessung der Herzhöhlen und die Fähigkeit, selbst kleine Gewebeveränderungen im Muskel zu erkennen. Darüber hinaus kommt diese Methode völlig ohne Röntgenstrahlen, ohne Katheter und ohne radioaktive Kontrastmittel aus.
Die Magnetresonanztomographie, auch Kernspintomographie genannt, ist ein Verfahren, das Schnittbilder des Körpers oder einzelner Organe in einer hohen Auflösung herstellt. Dies gelingt durch elektromagnetische Impulse, ähnlich der Frequenz eines Radios, die in einem starken Magnetfeld die Bewegung der körpereigenen Wasserstoffatome ganz gering verändern. Dadurch werden sie messbar und können per Computer in Bilder umgerechnet werden. Auf diese Weise können wir also Bilder des schlagenden Herzens machen, ohne den Körper auch nur zur berühren.
Die MRT benötigt keine Röntgenstrahlung oder Radioaktivität und ist somit auch bei häufigen Kontrolluntersuchungen nicht schädlich. Dadurch eignet sie sich auch sehr gut für die Untersuchung von Kindern. Im Gegensatz zur Herzkatheteruntersuchung müssen wir bis auf einen kleinen Zugang durch eine Armvene (wenn Kontrastmittel benötigt wird) keine Nadeln oder lange Untersuchungskatheter in den Körper einbringen.
Das Magnetfeld wird vom menschlichen Körper nicht wahrgenommen und bereitet weder Schmerzen noch Unwohlsein. Lediglich ein rhythmisches Klopfen und Brummen ist während der Untersuchung zu hören. Ein Schallschutz sorgt dafür, dass dies nicht unangenehm wird.
Für die meisten Herzuntersuchungen brauchen wir weder Medikamente noch Kontrastmittel zu geben. Ausnahmen sind nur Untersuchungen der Durchblutung (Perfusion) des Herzmuskels, eines Herzinfarkts und die Gefäßdarstellung (Angiographie). Bei der Messung der Herzdurchblutung können wir Medikamente geben, die den Herzschlag und die Schlagkraft künstlich erhöhen. Darüber klären wir Sie aber gesondert auf, falls die Maßnahme notwendig sein sollte. Zusätzlich wird dabei ein Mittel verabreicht, das die Durchblutung besser darstellt. Dieses Kontrastmittel hat aber nichts mit den üblichen Röntgenkontrastmitteln zu tun, so dass es selbst Patienten mit einer Kontarstmittelallergie vertragen.


In den meisten Fällen dauert eine MRT Untersuchung des Herzens ungefähr 20 Minuten. Allerdings können bei manchen Untersuchungen Zusatzaufnahmen notwendig werden, wodurch es etwas länger dauern kann. Nach der Untersuchung müssen Sie keine Bettruhe halten. Eine Nachbeobachtungszeit ist ebenfalls nicht nötig.
Ganz wichtig ist es, vor Betreten des Untersuchungsraumes alle Metallteile abzulegen (z.B. Uhr, Geldbörse, Schmuck, Feuerzeug). Diese können sich in dem Magnetfeld bewegen und damit gefährlich werden. Der Magnetstreifen Ihrer EC- oder Kreditkarte wird dort gelöscht, daher sollte Sie diese auch nicht mitnehmen. Aufgrund des starken Magnetfeldes eignet sich diese Untersuchung nicht für Patienten, die einen Herzschrittmacher tragen. Künstliche Gelenke sind dagegen unbedenklich. Bei Patienten mit schwerer Platzangst (Klaustrophobie) kann eine MRT-Untersuchung schwierig oder sogar unmöglich werden.
Auch Ihre Mitarbeit trägt zum gelingen der Untersuchung bei! Manche Aufnahmeserien dauern mehrere Minuten. Während dieser Zeit müssen Sie ruhig liegen und sollten möglichst gleichmäßig atmen, damit die Aufnahmen nicht verwackeln. Bei anderen Aufnahmen werden Sie aufgefordert, die Luft anzuhalten. Dann ist wichtig, so gut wie möglich mitzuarbeiten, damit Aufnahmen guter Qualität gelingen und die richtige Diagnose gestellt werden kann.
Wenden Sie sich bitte bei allen Fragen vertrauensvoll an unser Behandlungs- und Pflegeteam.
Wie bereite ich mich für ein Stress-Kardio-MRT vor?
Adenosinstress mit Perfusion
Dobutaminstress
Kann ich mit künstlichen Gelenkprothesen ins MRT?
Ja, wenn Ihre Operation länger als 3 Monate zurückliegt.
Wann birgt das MRT Gefahren?
Wenn Sie Herzschrittmacher-patient sind, sich in Ihrem Körper Metallimplantate befinden oder Sie Tätowierungen besitzen sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt darauf an.