Anästhesie bedeutet Unempfindlichkeit gegenüber Schmerz- und anderen Reizen wie Hitze, Kälte oder Druck. In der Medizin verstehen wir hierunter eine Vielzahl unterschiedlicher Verfahren, die dazu dienen, Patienten während einer Operation schmerzfrei zu halten.
Die Vollnarkose ist eine Form der Anästhesie, bei der Ihr Bewusstsein und Ihre Schmerzempfinden im ganzen Körper ausgeschaltet sind. Da der gesamte Körper betroffen ist, sprechen wir von einer Allgemeinanästhesie – im Gegensatz zur Regionalanästhesie, bei denen nur Teile oder Regionen des Körpers betäubt werden.
Während der Narkose befinden Sie sich von Anfang bis Ende in einem schlafähnlichen Zustand, den wir mit Hilfe unserer Geräte überwachen. Wir sorgen dafür, dass lebenswichtige Funktionen wie Atmung und Kreislauf aufrechterhalten bleiben.
Welches Anästhesieverfahren für Sie am besten geeignet ist, entschieden wir gemeinsam mit Ihnen in einem ausführlichen Gespräch. Unsere heutigen technischen Möglichkeiten, Sie während der Operation zu überwachen, verbunden mit unserem Wissen und Können als Ärzte, Schwestern und Pfleger auf dem gebiet der Anästhesie sind Ihre Garanten für eine komfortable und – vor allem – sichere Narkose. Bei der Vorbereitung der Narkose benötigen wir aber auch Ihre Kooperation.
Sechs Stunden vor der Narkose dürfen Sie nichts mehr essen und vier Stunden davor nichts mehr trinken. Dies soll verhindern, dass Sie während der Narkose erbrechen. Da die Husten- und Schluckreflexe durch die Narkose ebenfalls ausgeschaltet sind, besteht die Gefahr, dass Mageninhalt in die Luftröhre gelangt und eine Lungenentzündung hervorruft. Eine halbe Stunde vor dem Eingriff erhalten Sie noch auf Station ein beruhigendes Medikament, das Sie gut sediert in den Narkoseeinleitungsraum kommen lässt. Dort beginnen wir mit den Vorbereitungen zur Narkose. Sobald die EKG-Elektroden aufgeklebt sind, überwachen wir Ihre Herztätigkeit kontinuierlich. Mittels Blutdruckmanschette kontrollieren wir regelmäßig Ihren Blutdruck, und über die Plastikkanüle in einer Ihrer Handrücken- oder Unterarmvenen spritzen wir Ihnen die notwendigen Narkosemedikamente oder sonstige kreislaufstützende Arzneimittel sicher und gefahrlos ins Herz-Kreislauf-System. Den Sauerstoffgehalt im Blut überwachen wir ebenfalls kontinuierlich mit einem sogenannten Pulsoxymeter.
Zur Narkose setzen wir eine Kombination von Medikamenten ein. Dies kann ein Schlafmittel sein, mit dem Sie angenehm, wie zur Nacht, einschlafen, ein Schmerzmittel, Medikamente zur Muskelerschlaffung oder ein Mittel, das Ihr vegetatives Nervensystem beeinflusst. All diese Arzneimittel spritzen wir Ihnen über die Plastikkanüle an Ihrer Hand ein. Während Sie schlafen, atmen Sie ein Gemisch aus Sauerstoff, Lachgas und einem Narkosegas über eine Beatmungsmaske oder einen Beatmungsschlauch (Tubus). Über den Tubus, der im oberen Teil der Luftröhre liegt, können wir Sie bei längeren Eingriffen künstlich und sicher beatmen. Bevor Sie wach sind, haben wir den Tubus bereits wieder entfernt. In seltenen Fällen verspüren Sie anschließend leichte Halsschmerzen oder Heiserkeit.
Zu Ihrer Sicherheit beobachten wir Sie, nachdem Sie bereits aus der Narkose erwacht sind, noch einige Zeit in einem mit Monitoren ausgestatteten Aufwachraum. Besonders geschultes Personal betreut Sie für den Fall, dass Übelkeit aufkommt oder sich die ersten Schmerzen melden sollten. Nach größeren Operationen kann es erforderlich sein, Sie rund um die Uhr auf einer Intensivstation zu überwachen. Auch dies dient wie alle unsere Maßnahmen Ihrer Sicherheit.
Wenden Sie sich bitte bei allen Fragen vertrauensvoll an unser Behandlungs- und Pflegeteam.