
Die Schilddrüse ist ein hormonproduzierendes Organ. Die hier gebildeten Hormone (Thyroxin, Trijodthyronin) sind für die Regulation des Stoffwechsels und den Energiehaushalt des Körpers von entscheidender Bedeutung. Ein wichtiger Bestandteil dieser Hormone ist das Element Jod. Als Struma wird die krankhafte Vergrößerung der Schilddrüse bezeichnet. Als Folge der Vergrößerung kann der Halsumfang zunehmen, und es können sich Knoten in der Schilddrüse bilden. Engt die Struma Luft und Speiseröhre ein, kann sie Atmung und Schluckakt behindern.
Eine Struma kann mit einer Unter-, Normal- oder Überfunktion des Organs einhergehen. Die Überfunktion äußert sich durch Symptome wie plötzliches Herzrasen, Händezittern, Schweißneigung, Haarausfall, Gewichtsabnahme, Durchfall und Nervosität. Bei Patienten mit derartigen Symptomen wird der Arzt in der Regel zunächst die Schilddrüse untersuchen. Hierzu wird er den Hals abtasten, Blut für eine ausgedehnte Labordiagnostik abnehmen und eine Ultraschalluntersuchung sowie eine nuklearmedizinische Untersuchung veranlassen, bei der ein speziell ausgebildeter Arzt die Funktion der Schilddrüse anhand verschiedener Tests misst. Zum Untersuchungsprogramm vor der Operation gehört auch die Prüfung der Funktion der Stimmbandnerven durch einen HNO-Arzt.
Die Behandlung der gutartigen Struma erfolgt zunächst meist medikamentös. So kann die Gabe von Schilddrüsenhormonen das Wachstum stoppen. Es ist unbedingt erforderlich, eine Überfunktion durch entsprechende Arzneimittel in eine Normalfunktion zu überführen. Eine operative Behandlung ist dann notwendig, wenn der begründete oder gesicherte Verdacht auf einen bösartigen Schilddrüsentumor besteht oder wenn die Struma andere Halsorgane (Gefäße, Luftröhre, Speiseröhre) mechanisch behindert. Eine vergrößerte Schilddrüse sollte auch dann operiert werden, wenn die Struma trotz Medikamentengabe weiter wächst, so dass sie kosmetisch stört; wenn Symptome wie Kloßgefühl bestehen; wenn ein unklarer Befund, meist beim Knotenkropf an der Schilddrüse festgestellt wird und dabei ein bösartig wachsender Tumor nicht ausgeschlossen werden kann; und, schließlich, wenn bestimmte Formen der Schilddrüsenüberfunktion vorliegen. Bei letzteren ist in besonderen Fällen alternativ zur Operation die Gabe von radioaktivem Jod möglich.
Bei der Operation setzt der Chirurg einen kleinen Hautschnitt in eine Halsbeugefalte. Er legt die Schilddrüse auf beiden Seiten frei und entnimmt entweder nur die erkrankten Teile aus der Schilddrüse, oder er entfernt die Schilddrüse bis auf wenige Reste vollständig (subtotal). Hierbei achtet er sorgfältig darauf, die Stimmbandnerven und die Nebenschilddrüsen, die den Kalziumstoffwechsel regeln, zu schonen. Zur sicheren Darstellung und Identifizierung der Stimmbandnerven wenden wir in den HELIOS Kliniken routinemäßig das so genannte Neuromonitorring an, das während der Operation die andauernde Überwachung der Nerven mittels Elektrostimulation ermöglicht. Mit dieser Maßnahme sichern wir zusätzlich die medizinische Qualität unserer Schilddrüsenoperationen. Der Operateur verschließt die Wunde unter kosmetischen Gesichtspunkten. Die Operation ist heute komplikations- und risikoarm. Die kosmetischen Ergebnisse sind sehr gut. Bluttransfusionen werden in der Regel nicht notwendig.
Der weitere stationäre Aufenthalt hängt von der körperlichen Verfassung des Operierten ab. Patienten mit guter Konstitution können das Krankenhaus bereits nach wenigen Tagen wieder verlassen. Die Erholungsphase nach einer solchen Operation beträgt - wie bei anderen Operationen - etwa zwei bis drei Wochen. Ist die Wunde verheilt, braucht sich der Patient bei sportlichen Aktivitäten nicht mehr einzuschränken. Das Risiko einer erneuten Schilddrüsenvergrößerung (Rezidiv) ist gering, wobei die Operierten in der Regel Jodtabletten oder Schilddrüsenhormonen zur Rezidivverhütung einnehmen. Zudem sollte eine sorgfältige ärztliche Nachuntersuchung und Nachkontrolle des Befunds erfolgen.
Wenden Sie sich bitte bei allen Fragen vertrauensvoll an unser Behandlungs- und Pflegeteam.