Bei der laparoskopischen Operation füllen wir den Bauchraum mit Kohlendioxyd. Die chirurgischen Instrumente bringen wir, wie auch das Sichtgerät, über dünne Metallröhrchen in den Bauch ein. Das Bild aus der Bauchhöhle wird mit Vergrößerung auf einen Monitor übertragen, wo wir unsere Handlungen verfolgen können.
Natürlich kann es auch bei der MIC zu Komplikationen kommen, so sind in seltenen Fällen größer Blutungen und Organverletzungen möglich. Aber bei sorgsamer Abwägung überwiegen eindeutig die Vorteile der neuen und schonenden Technik gegenüber konventionellen Operationen, so dass wir die MIC überall einsetzen, wo es sinnvoll ist.
Im Folgenden erläutern wir Ihnen die wichtigsten in unserer Klinik eingesetzten Verfahren der MIC.
Der untere Schließmuskel der Speiseröhre verhindert das Hochsteigen der Magensäure zur empfindlichen Speiseröhrenschleimhaut. Rutscht ein Teil des Magens mit dem Schließmuskel in den Bauchraum (Zwerchfellbruch), ist dieser Ventilmechanismus nicht mehr wirksam, und das Sodbrennen als Zeichen der Schädigung kündigt einen lebenslangen Krankheitsprozess an. Medikamente lindern die Auswirkung der Säure auf die Schleimhaut, eine ursächliche Behandlung ist aber nur durch die Operation mit Lagekorrektur des Schließmuskels und Verstärkung des Verschlusses möglich. Dazu engen wir die Lücke im Zwerchfell ein und verstärken den Schließmuskel durch eine Umhüllung mit einer Magenfalte (Fundoplicatio).
Nach Entzündungen im Bauchraum, besonders nach größeren operativen Eingriffen, kann es zu Verwachsungen zwischen Darmschlingen kommen. Diese Verwachsungen können zu Einengungen, aber auch zu Knickbildungen führen, was wiederum chronische, teilweise krampfartige Beschwerden, evtl. sogar einen Darmverschluss auslösen kann.
Mit der endoskopischen Operation lösen wir Verwachsungen operativ. Die kleinen Schnitte haben den Vorteil, dass kaum neue Verwachsungen entstehen.
Steine bilden sich durch Eindickung des Gallensaftes in der Gallenblase. Größere Steine führen zu chronischen Schmerzen, kleine Steine können den Gallengang abrutschen, Koliken erzeugen oder lebensgefährliche Bauchspeicheldrüsenentzündungen hervorrufen.
In fast allen Fällen sind wir in der Lage die Gallenblase mit einer endoskopischen Operation zu entfernen. Mit speziellen Kathetern können wir dabei die Gallengänge darstellen.
Brüche entstehen an Schwachstellen der Bauchdecke. Operationen, bei denen das festere Gewebe aus der Nachbarschaft mit Nähten zusammengezogen wird um die Lücke zu schließen, erzeugen Gewebespannung und neigen zu Rückfällen.
Bei der endoskopischen Operation befestigen wir Kunststoffnetze von innen an der Bauchdecke. Diese Art zu operieren bewirkt weniger Schmerzen, und eine körperliche Belastung ist früher möglich. Besonders vorteilhaft ist die MIC-Operation bei Wiederholungsbrüchen, weil der Narbenbereich der Voroperation nicht wieder eröffnet werden muss und bei doppelseitigen Leistenbrüchen, weil wir beide Seiten vom gleichen Zugang aus versorgen.
Bei der Divertikelkrankheit
Divertikel (Ausstülpungen) des Dickdarms können sich entzünden und dabei eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) hervorrufen. Bei längerem Verlauf der Erkrankung kann es als Folge zu Engstellen (Stenosen) und Knickbildungen kommen, die starke Schmerzen beim Stuhlgang auslösen. Nach einer schweren oder mehreren leichten Entzündungen empfehlen wir eine Operation.
Dabei müssen wir alle befallenen Darmteile entfernen. Um danach eine spannungsfreie Darmnaht zu ermöglichen, müssen große Teile des Darms freigelegt werden. In der offenen Chirurgie sind dafür große Schnitte notwendig. Bei der MIC-Operation reicht dazu ein kleiner Schnitt.
Bei gutartigen Polypen
Polypen, die sich bei der Spiegelung nicht mit der Schlinge abtragen lassen, werden mit Tusche oder Röntgenkontrastmittel markiert. Wir entfernen sie dann mit der MIC-Technik und einem zusätzlichen kleinen Bauchschnitt. Die konsequente Entfernung alles Polypen ist wichtig, um zu verhindern, dass Darmkrebs entsteht.
Beim Krebs
Bei Dickdarmkrebs müssen wir den Darm umgebende Blutgefäße und Lymphknoten mit entfernen, damit keine Tumorzellen im Körper verbleiben. Auch das gelingt laparoskopisch. In der „offenen“ Chirurgie ist dafür ein besonders großer Schnitt erforderlich, auf den wir beim laparoskopischen Operieren verzichten können.
Operationen bei Wurmfortsatzentzündungen (Blinddarmentzündungen)
Die endoskopische Operation ist fast immer möglich – mit erheblich weniger Schmerzen und Heilungsstörungen als beim Bauchschnitt. Bei unklaren Bauchbeschwerden können wir durch eine diagnostische Spiegelung zuerst die Ursache klären und – falls nötig – gleich den Wurmfortsatz entfernen.
Operationen durch den Anus (TEM)
Gutartige Polypen des Darms mit breiter Basis und kleinere, noch nicht weit fortgeschrittene Tumoren (T1-Stadium) lassen sich am besten minimalinvasiv durch den Anus erreichen (transanale endoskopische Mikrochirurgie = TEM) und operieren. Gerade kleine Krebsgeschwülste, die in die Muskulatur vorgewachsen sind und in der Nähe des Schließmuskels liegen, können wir so entfernen ohne dass ein künstlicher Darmausgang nötig wird.
Wenden Sie sich bitte bei allen Fragen vertrauensvoll an unser Behandlungs- und Pflegeteam.