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Dickdarmkrebs

Einleitung

 

Der menschliche Dickdarm hat eine Länge von circa 1,5 bis 1,8 Metern. Er ist wie ein umgekehrtes U um die Dünndarmschlingen gelagert. Der Dünndarm mündet im rechten Unterbauch in den Anfangsteil des Dickdarms, der Blinddarm genannt wird und an dem der bekannte "Wurmfortsatz" hängt. Die letzten 15 bis 20 cm des Dickdarmes werden als Mastdarm (Rektum) bezeichnet. Im Dick- und Mastdarm werden im Wesentlichen die unverdaulichen Anteile der Nahrung durch Wasserentzug eingedickt. Im Mastdarm wird zusätzlich der Kot für die Entleerung gesammelt. In der Dickdarmschleimhaut können sich gutartige (Adenome, Polypen) sowie bösartige (Karzinome) Tumoren bilden.

Die bösartigen Tumoren des Dick- und Mastdarmes sind nach den bösartigen Lungentumoren die weithäufigste Krebserkrankung in der westlichen Welt. Im Bereich des Verdauungstraktes stellt dieser Tumor die häufigste Form des Krebses dar. Die Häufigkeit des Dickdarmkrebses hat in Deutschland in den vergangenen 25 Jahren anhaltend leicht zugenommen. Männer erkranken etwas häufiger an Dickdarmkrebs als Frauen. Beim Mastdarmkrebs sind Männer nahezu doppelt so häufig betroffen. Die Erkrankung tritt am häufigsten bei 60- bis 80-jährigen auf. Dem familiär gehäuften Auftreten vor dem 45. Lebensjahr wird heute in der Forschung besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

 

Beschwerdebild

 

Im Frühstadium können sich gutartige wie bösartige Tumoren des Dickdarms ohne erkennbare Krankheitszeichen entwickeln. Häufig tritt jedoch als Frühsymptom eine Blutbeimengung im Stuhl auf. Deshalb erfolgt als Frühtest die Untersuchung des Stuhles auf Blut mit Hilfe eines chemischen Teststreifens. Diese Untersuchung nimmt der Hausarzt vor. Die gesetzlichen Krankenkassen gewähren ab dem 45. Lebensjahr für Männer und Frauen eine jährliche Früherkennungsuntersuchung des Darmes. Dazu gehört außer der genannten chemischen Untersuchung noch das Austasten des Enddarmes mit dem Finger. Bei positivem Stuhl-auf-Blut- Befund, was keinesfalls mit der Diagnose Krebserkrankung gleichzusetzen ist, muss auf jeden Fall weiter gefahndet werden. Ihr Hausarzt wird daher in der Regel eine Spiegeluntersuchung des Dickdarmes oder eine Röntgenuntersuchung veranlassen. Patienten mit erhöhtem Risiko (ähnliche Erkrankungen in der Familie, bekannte Polypen) sollten mit ihrem Arzt gegebenenfalls besondere Früherkennungsmaßnahmen besprechen.

 

Behandlungsmöglichkeiten

 

Bei augenscheinlich gutartigen Dickdarmtumoren kann der Tumor anlässlich der Darmspiegelung entfernt und zur feingeweblichen Untersuchung eingesandt werden. Liegt Darmkrebs vor, sind alsbald operative Maßnahmen erforderlich. Der Chirurg schneidet den erkrankten Darmabschnitt weit im Gesunden heraus unter besonderer Berücksichtigung der Lymph- und Blutabflussgebiete. In der Regel kann er die verbleibenden Dickdarmstümpfe durch Naht wieder miteinander vereinigen und so den natürlichen Darmausgang erhalten. Auch bei sehr tief sitzenden Tumoren sind wir heute in der Lage die natürliche Stuhlpassage zu erhalten. Hierzu verwenden wir spezielle Klammernahtgeräte. So ließ sich die Rate der kompletten Mastdarmausräumung mit Anlage eines künstlichen Darmausganges auf unter 10 Prozent senken.
Wichtig bei der Behandlung bösartiger Tumoren des Dickdarms ist heute die interdisziplinäre Behandlung dieser Erkrankung. Unter dieser multimodalen Therapiestrategie, welche gemeinsam von Chirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten vor Beginn der Behandlung in einem Tumorboard festgelegt wird, werden heute sehr gute Ergebnisse und hohe Langzeitüberlebensraten erzielt.

 Entscheidend für ein normales Leben nach der Darmkrebserkrankung ist ihre möglichst frühe Erkennung und konsequente chirurgische Behandlung.

 

Wenn in Ihrer Familie Darmkrebserkrankungen bereits aufgetreten sind oder wenn Sie bei sich selbst Blut im Stuhl bemerken, reden Sie möglichst unverzüglich mit Ihrem Hausarzt, der dann alles Weitere in die Wege leiten wird.

 

 

Wenden Sie sich bitte bei allen Fragen vertrauensvoll an unser Behandlungs- und Pflegeteam.

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