Facialisparese
Als Fazialisparese bezeichnet man eine Funktionsstörung des Gesichtsnerven nach Unfall, Infektion oder anderen Ursachen. Viele Gesichtsnervenlähmungen bessern sich von alleine. So lange die Lähmung besteht, ist besonders darauf zu achten, dass das unvollständig schliessende Auge nicht austrocknet.
Wenn möglich, wird die Funktion des Nerven durch eine Nervennaht wiederhergestellt. Ist eine Naht des Nerven nicht möglich, kommen andere Techniken zur Anwendung. So kann der Gesichtsnerv an andere Nerven angeschlossen werden. Nach einer solchen Operation kann eine teilweise, aber keine vollständige Wiederherstellung der Funktion des Gesichtsnerven erwartet werden. Auch kann eine Wiederherstellung durch die freie Transplantation eines Muskels oder eines Nerven durchgeführt werden. Welche Aussicht im Einzelfall besteht, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die wir Ihnen in einem persönlichen Beratungsgespräch erklären.
Besteht eine Schwäche des Gesichtsnerven, werden in der Regel verschiedene Bereiche in Mitleidenschaft gezogen: Die Stirn, die Augenbraue, die Augenlider, die Wange, die Nase, die Lippen und der Hals. Jeder Bereich erfordert eine individuelle Behandlung.
Ein asymmetrisches Erscheinungsbild der Stirn kann durch eine Injektion der nicht gelähmten Seite mit Botulinum Toxin ausgeglichen werden. Dadurch wird die Faltenbildung der gegenseitigen Stirn reduziert, die Stirn erscheint symmetrischer.
Durch ein Stirnlift kann die herabgesunkene Augenbraue wieder angehoben werden. Oft ist auch eine Korrektur des Augenlides (Blepharoplastik) notwendig. So lässt sich auch eine Einschränkung des Sichtfeldes korrigieren.
Durch spezielle Techniken der Nasenkorrektur wird das oft kollabierte Nasenloch wieder geöffnet, um die Nasenatmung zu verbessern.
Die Gesichts- und Halshaut kann gestrafft werden, um einem Verbleiben von Speiseresten in der Backentasche entgegenzuwirken und das asymmetrische Erscheinungsbild des Gesichts zu verbessern.
Die Lippen können z.B. durch sogenannte Zügelungsplastiken in eine natürlichere Position gebracht werden. Dabei wird zum Beispiel ein Kaumuskel verschoben und am Mundwinkel angenäht.
Insgesamt ist zu betonen, dass die Wahl der richtigen Technik zum richtigen Zeitpunkt für jeden Patienten individuell geplant werden muss. Die Behandlungen können sich über viele Monate hinstrecken.
Maßnahmen nach einer Gesichtsnervenlähmung werden in der Regel durch die Krankenkasse getragen. Sollten Sie weitere Fragen insbesondere zu den Risiken des Eingriffs haben oder eine ausführliche Beratung wünschen, so vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Sprechstunde.