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01.12.11

„Nah am Nerv“ – Dauerhafte Überwachung der Nervenfunktion bei Schilddrüsenoperationen

oben: Prof. Dr. med. Marc H. Jansen, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie am HELIOS Klinikum Emil von Behring; unten: Die feinen elektrischen Reize der Sonde führen zur Reaktion der Stimmbänder, die für den Chirurg sichtbar auf einem Monitor (im Hintergrund) dargestellt wird
  • Operationen an der Schilddrüse sicherer mit „Neuromonitoring“

 

Jährlich gibt es in Deutschland rund 100.000 Operationen an der Schilddrüse. Der Eingriff erfordert wegen der Nähe zu empfindlichen Nerven für die Sprach- und Stimmbildung besondere Vorsicht. Mit dem sogenannten „Neuromonitoring“ überwachen die Mediziner im HELIOS Klinikum Emil von Behring während der gesamten Operation die Funktion der Nerven und erhöhen damit die Sicherheit für die Patienten.

 

Eine vergrößerte Schilddrüse, ein bösartiger Tumor oder eine Schilddrüsenüberfunktion können einen operativen Eingriff nötig machen. Neben Schilddrüse, Luft- und Speiseröhre verlaufen wichtige Nerven direkt durch das Operationsgebiet, weshalb besondere Vorsicht geboten ist. „Der Fokus liegt auf dem sogenannten Nervus recurrens, dem Stimmbandnerv. Dieser befindet sich unmittelbar hinter der Schilddrüse, ist entscheidend für Stimmbildung und Atmung und darf daher nicht verletzt werden“, erläutert Prof. Dr. med. Marc H. Jansen, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie im HELIOS Klinikum Emil von Behring in Berlin-Zehlendorf.

 

Wird der Stimmbandnerv gereizt, kann es zu einer vorübergehenden Stimmbandlähmung kommen. Patienten leiden dann mitunter über Wochen und Monate an Heiserkeit oder Problemen beim Atmen. Sollte der Stimmbandnerv vollständig durchtrennt werden, kommt es zu einer irreparablen Schädigung des Stimm- und Sprachapparates, da die Nervenfunktion nicht wiederhergestellt werden kann.

 

Um die Sicherheit bei chirurgischen Eingriffen an der Schilddrüse zu erhöhen, nutzen die Experten im HELIOS Klinikum Emil von Behring während der gesamten Operationsdauer ein spezielles Verfahren, das „Neuromonitoring“. Es kontrolliert mittels kleinster Stromstösse kontinuierlich die korrekte Reizleitung zwischen Nerv und Muskel. Am Tubus, dem Beatmungsschlauch des Patienten, ist eigens für das „Neuromonitoring“ eine Elektrode in Höhe der Stimmbänder angebracht. Der Operateur benutzt eine Sonde, mit der er den Nervus recurrens berührt. Diese Sonde gibt regelmäßig feinste elektrische Signale an den empfindlichen Stimmbandnerv ab - bei intakter Reizleitung führt dies zur Bewegung der Stimmbänder. Zusätzlich wird die Dauer zwischen Impulsgabe und Muskelreaktion gemessen. Diese Faktoren sind für die optimale Beurteilung der korrekten Funktionsweise des Stimmbandnervs besonders wichtig. Um die Ergebnisse für den Chirurgen bemerkbar zu machen, wird das Signal zudem akustisch und auf einem Bildschirm dargestellt.

 

„Im Unterschied zu anderen Überwachungsverfahren nutzen wir hier den Beatmungsschlauch als Träger der Elektrode. Dieser kommt im Rahmen der Vollnarkose standardmäßig zum Einsatz und der Operateur kann den Nerv jederzeit stimulieren und seine natürliche Funktionsweise kontrollieren. Damit minimieren wir das Verletzungsrisiko erheblich“, betont Chefarzt Prof. Dr. med. Marc H. Jansen.

 

Für alle Betroffenen mit einem geplanten Eingriff an der Schilddrüse bietet das „Neuromonitoring“ somit eine hohe Sicherheit, auch nach Operationen an der Schilddrüse noch aus voller Kehle sprechen und lachen zu können.

 

Klinikkontakt:
HELIOS Klinikum Emil von Behring

 

Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie

Walterhöferstr. 11, 14165 Berlin

Chefarzt: Prof. Dr. med. Marc H. Jansen

Telefon: (030) 81 02–13 25

Email: marc.jansen@helios-kliniken.de

www.helios-kliniken.de/berlin-behring

 

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 64 eigene Kliniken, darunter 44 Akutkrankenhäuser und 20 Rehabilitationskliniken. Mit fünf Maximalversorgern in Berlin-Buch, Erfurt, Krefeld, Schwerin und Wuppertal nimmt HELIOS im deutschen Klinikmarkt eine führende Position bei der Privatisierung von Kliniken dieser Größe ein. Darüber hinaus hat die Klinikgruppe 29 Medizinische Versorgungszentren (MVZ). HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der HELIOS Konzernzentrale ist Berlin.

 

HELIOS versorgt jährlich mehr als zwei Millionen Patienten, davon rund 650.000 stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 19.000 Betten und beschäftigt über 34.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2010 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

 

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