HELIOS Klinikum Emil von Behring

Verletzungen und Verletzungsfolgen

Kinder mit frischen Schnittwunden oder Quetschverletzungen an den Händen werden zunächst in der Rettungsstelle des Krankenhauses vorstellig. Bei oberflächlichen Hautverletzungen ist nach einem desinfizierendem Handbad oftmals die Versorgung mit Klammerpflastern ausreichend. Da die Untersuchung zur Feststellung von Verletzungen der Sehnen und Nerven von der Mitarbeit der Patienten abhängt, ist diese bei kleinen Kindern oft erschwert, so dass eine Untersuchung der Wunde im Operationssaal in Narkose stattfinden muss. Gleichzeitig kann die Rekonstruktion eventuell verletzter Strukturen erfolgen.

 

Verletzungen von Beuge- und Strecksehnen

Da die Sehnen aus parallelen Fasern aufgebaut sind, müssen bei Durchtrennungen spezielle Nähte durchgeführt werden. Diese müssen im Rahmen einer altersgerechten Nachbehandlung für 6-8 Wochen vor voller Belastung geschützt werden, wobei gleichzeitig ein Gleiten der Sehnen gewährleistet sein muss, um Verklebungen mit der Wunde zu vermeiden. Dazu ist eine Nachsorge durch spezielle Handtherapeuten mitentscheidend für den Erfolg der Operation.

 

Durchtrennung von Nerven und Blutgefäßen

Diese Strukturen sind an einem Kinderfinger sehr zart und müssen bei Verletzungen unter dem Operationsmikroskop mit weniger als haardünnen Fäden genäht werden.

Bei Nervenverletzungen können nur die Hüllen oder auch die darin liegenden Nervenfasern durchtrennt sein. Letztere gehen unmittelbar mit der Verletzung körperfern zu Grunde, so dass ab dieser Höhe kein Gefühl mehr vorhanden ist. Als Mikrochirurgen können wir die Hülle der Nerven nähen und geben so den Nervenfasern die Möglichkeit, entlang dieser Leitschiene wieder nach körperfern auszuspriessen. Das Gefühl kehrt mit dem Nachwachsen der Nervenfasern zurück, allerdings kann die Erholung nur bei sehr kleinen Kindern ohne Einschränkung erfolgen.

Mikrochirurgische Nähte von Arterien und Venen machen aufgrund der Blutgerinnselgefahr an den Gefäßwänden meist eine Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten als Infusion erforderlich.

 

Rekonstruktion nach komplexen Verletzungen an Fingern und der Hand

In vielen Fällen sind bei einer tiefen Wunde mehrere der oben genannten Strukturen verletzt, die in einer komplexen Operation sorgfältig rekonstruiert werden. Sind zusätzlich Haut und Unterhautdefekte vorhanden, stehen uns als Plastische Chirurgen eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Defektdeckung durch Gewebeverschiebung und –transplantation zur Verfügung.

 

Behandlung von überschießenden Narben

Nach Verletzungen der Haut können trotz optimaler Wundversorgung Probleme durch überschießende Narben oder Keloide entstehen. Diese können entstellend wirken und mit funktionellen Beeinträchtigungen der Hand einhergehen. Je nach Alter und Beschaffenheit der Narben gibt es verschiedene nicht operative Therapieansätze wie Silikonfolienbehandlung mit Kompressionshandschuhen oder Cortisoninfiltrationen in die Narbe oder Kombinationstherapien. In wenigen Fällen ist auch die operative Entfernung der Narben mit anschließenden oben genannten Therapien eine Möglichkeit.

So erreichen Sie uns

Natascha Zahran-Höynck

Leitende Oberärztin
Tel.: (030) 81 02-1263
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