HELIOS Klinikum Emil von Behring

Skoliosen

Bei einer Skoliose handelt es sich um eine dreidimensionale Deformität der Wirbelsäule, die weder aktiv noch passiv völlig ausgeglichen werden kann und nahezu jeden Abschnitt der Wirbelsäule betreffen kann. Neben der augenmerklichen Veränderung im frontalen Profil finden sich nahezu immer eine pathologische Veränderung des sagittalen Profils und eine Veränderung in der transversalen Ebene mit Rotation der Wirbelkörper.

 

Die Ursachen für solche Wirbelsäulendeformitäten können äußerst unterschiedlich sein. Deshalb erfolgt die Einteilung der Skoliosen in idiopathische Skoliosen, die mit ca. 80-85% die häufigste Skolioseform ist, in sekundäre Skoliosen, die auf dem Boden einer bestimmten Grunderkrankung entstehen (z.B. Wirbelkörperfehlbildungen, Spina bifida, Muskelerkrankungen) und die adulte oder de novo Form. Die idiopathische Form wird anhand des Entstehungsalters in infantile (Erstmanifestation bis zum 3. Lebensjahr), juvenile (Erstmanifestation zwischen dem 3.-10. Lebensjahr) und adoleszente Skoliosen (AIS) (Erstmanifestation zwischen dem 10. Lebensjahr und Wachstumabschluss) unterschieden. Mit etwa 89% der idiopathischen Skoliosen ist die AIS die häufigste Form und manifestiert sich während der Pubertät.

 

Nach der Hauptkrümmung wird hier zwischen einer thorakalen (Brust-), thorakolumbalen (Übergang zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule) oder lumbalen (Lendenwirbelsäule) Skoliose unterschieden. Generell ist der Grad der Krümmung (COBB-Winkel im Röntgenbild) und die mögliche Restbeweglichkeit sowie die Lokalisierung der Krümmung und die Ursache der Skoliose für die Art der Therapie entscheidend.

 

Scheitert die konservative Therapie, ist oft ein operatives Vorgehen unvermeidlich. Bei sekundären Skoliosen ist eine Operation meist schon bei geringen Winkeln der Wirbelsäulenverkrümmung sinnvoll und notwendig.

 

Bei der operativen Therapie der Skoliose stehen zwei grundsätzliche Standardverfahren oder die Kombination aus beiden zur Verfügung.

 

  1. ventrale (vordere) Technik (OP über Flankenschnitt bzw. seitlichen Brustzugang) 
  2. dorsale (hintere) Technik (OP über mittigen Hautschnitt am Rücken)
  3. die Kombination aus beiden Vorgehensvarianten

Die Behandlung von kindlichen, jugendlichen und adulten (erwachsenen) Skoliosen erfolgt im Skoliose-Zentrum Berlin Brandenburg im HELIOS-Klinikum Emil von Behring.

ventrale Technik
dorsale Technik
kombinierte Technik

Bei neuromuskulären / sekundären Skoliosen führen wir die Korrekturoperation meist allein von dorsal (hinten) durch. Bei dieser Art der Skoliose ist meist eine langstreckige Versorgung notwendig.

Versorgung einer sekundären Skoliose von dorsal (hinten).

 

 

Hier ein Beispiel einer sekundären Skoliose aufgrund eines Halbwirbels. Links vor und rechts nach der operativen Korrektur

 

 

Skoliose-Zentrum Berlin Brandenburg



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