HELIOS Klinikum Emil von Behring

Schulter und Oberarm

Das Schultergelenk wird zum einen durch das Schulterblatt (Skapula) und den Oberamknochen(Humerus) gebildet, aber auch das Schlüsselbein trägt einen wesentlichen Teil zur Schulterfunktion bei. Brüche im Bereich des Schultergürtels können also die folgenden Strukturen betreffen:

Humeruskopffraktur

Brüche im Bereich des Oberarmkopfes sind häufige Verletzungen, die vornehmlich bei älteren Patienten im Rahmen von Stürzen bei osteoporotischem Knochen auftreten.

Die optimale Therapie richtet sich zum einen nach der Bruchform und möglichen Begleitverletzungen aber auch nach dem Patientenalter sowie dem Funktionsanspruch des Patienten.

Die konservative Therapie, d.h. der Verzicht auf eine Operation, stellt eine etablierte Behandlungsoption mit guten Ergebnissen bezüglich der Schmerzreduktion und auch der Schulterfunktion dar.

Wird die Entscheidung zur operativen Therapie gestellt, so werden moderne winkelstabile Platten- und auch Nagelsysteme eingesetzt. Diese können in weichteilschonender Technik eingebracht werden.

 

 

 

Oberarmkopfbruch vor und nach Versorgung mit einer winkelstabilen Platte

Bei bestimmten Trümmerbrüchen des Oberarms oder aber auch bei Vorschäden oder stark verminderter Knochenqualität im Bereich des Schultergelenkes ist die Operation mittels Platte oder Nagel zum Teil nicht sinnvoll, da eine Heilung des Knochens sehr unwahrscheinlich und damit das Risiko für Komplikationen hoch ist. In diesen Fällen kommen moderne Schulterprothesen, die speziell für die Versorgung von Brüchen im Bereich des Oberarms konzipiert wurden zum Einsatz.

 

 

  

Oberarmkopffraktur bei bestehender Rotatorenmanschettenläsion und eingeschränkter Knochenqualität(links) sowie Röntgenbild nach Implantation einer inversen Frakturprothese

 

 

Humerusschaftfraktur

Brüche im Bereich des Oberarmschaftes sind meist Folge einer erheblichen Gewalteinwirkung auf den betroffenen Arm. Die Brüche werden entsprechend ihrer Lokalisation(proximal, median, distal) sowie Bruchform(Querfraktur, Spiralfraktur etc.) unterschieden.

Bei bestimmten Bruchformen oder auch wenn eine Operation aufgrund von anderen Erkrankungen des Patienten nicht durchführbar ist, kann ein Bruch im Bereich des Oberarmschaftes konservativ, d.h. ohne Operation behandelt werden. Hierfür erfolgt die äußere Stabilisierung, durch einen speziellen, durch unsere orthopädietechnische Abteilung angepassten Brace.

Das am häufigsten eingesetzte Verfahren für die operative Versorgung von Oberarmschaftbrüchen ist die intramedulläre Marknagelosteosynthese. Dabei wird durch einen kleinen Schnitt im Bereich der Schulter ein Titannagel in den Markraum des Knochens eingeführt und somit der Bruch von Innen geschient.

 

Humerusschaftbruch vor und nach Versorgung mittels eines Marknagels

Bei Brüchen die bis zum Oberarmkopf ziehen, oder aber bei Trümmerfrakturen ist ggf. die Versorgung mittels einer winkelstabilen Platte indiziert.

 

 

Proximale Humerusschaftfrakturvor und nach Versorgung mit einer langen, winkelstabilen Platte

Skapulafrakturen

Das Schulterblatt ist ein flacher, von Muskeln ummantelter Knochen der auf dem hinteren Brustkorb liegt. Brüche dieses Knochens können das Schulterblatt selbst betreffen, oder aber die Gelenkpfanne des Schultergelenkes (Glenoidfraktur) und schultergelenksnahe Vorsprünge wie z.B. den Rabenschnabelfortsatz oder den Schulterdachknochen.

Brüche im Bereich des Schulterblattes können in den meisten Fällen konservativ behandelt werden. Die umgebende Muskulatur gewährleistet eine ausreichende Stabilisierung des Knochens, so dass es in den überwiegenden Teil der Fälle zu problemlosen Ausheilung dieser Verletzungen kommt.

 Brüche im Bereich der Gelenkpfanne oder der schultergelenksnahen Knochenfortsätzen bedürfen unter Umständen einer Operation. So kann es durch einen Bruch im Bereich der Schultergelenkspfanne zu einer Instabilität des Schultergelenkes kommen, so dass hier eine operative Therapie notwendig ist. In Abhängigkeit von der Größe und der Stellung des Knochenfragmentes kann dies ggf. in arthroskopischer Technik erfolgen.

 

CT der Schulter zeigt einen Bruch der Gelenkpfanne(links) und  Bild nach arthroskopischer Stabilisierung

 

Klavikulafrakturen

Eine Schlüsselbeinfraktur stellt im Kindes- wie im Erwachsenenalter eine häufige Verletzung dar. Die Entscheidung zu einer operativen Versorgung hängt dabei sehr von der Verschiebung der Frakturenden zueinander und von der Lokalisation des Bruches (medial/median/lateral) ab. Eine drohende und vorhandene Verletzung der Haut durch Durchspießung der Haut durch die Frakturenden von innen zieht dabei immer die dringliche Empfehlung zur operativen Stabilisierung nach sich.

Wir setzen alle aktuell empfohlenen OP-Verfahren ein (Intramedullärer Nagel/ winkelstabile Platte/ arthroskopisches Tight Rope).

 

 

 

Bruch des Schlüsselbeins im Bereich des Schaftes mit kleinem Zwischenfragment vor und nach Versorgung durch winkelstabile Platte/ Zugschraube

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Priv.-Doz. Dr. med. Stephan W. Tohtz

Chefarzt
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Dr. med. Sebastian Herrmann

Oberarzt, Leitender Arzt Schwerpunkt Schulter/Ellenbogen
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