HELIOS Klinikum Emil von Behring

Hüftendoprothesen-Wechseloperation

Beispiel: Lockerung einer zementierten Hüftpfanne mit erheblichem Knochenverlust links (Pfeil) nach erfolgter Hüftprothesenimplantation bei einem jungen Erwachsenen und im Zustand nach unfallbedingtem Bruch der hüftgelenkbildenden Knochenstrukturen.

Da wir grundsätzlich eine Erhöhung der vorgenommener Primärimplantationen zu verzeichnen haben, sehen wir uns mit der Notwendigkeit konfrontiert, im Fall des Versagens Lösungsmöglichkeiten anzubieten. Die Häufigkeit von Wechseloperationen korreliert mit der Anzahl vorgenommener primärer Hüftprothesen-Implantationen und wird maßgeblich durch die Qualität der durchgeführten Primärversorgung beeinflusst.

 

Gründe, die zu einem Prothesenwechsel führen können, sind das Versagen der Prothesenverankerung im Knochen über die Zeit (aseptische Prothesenlockerung), die Infektion der Prothese mit oder ohne das Vorliegen einer Lockerung, ein wiederholtes Ausrenken (Luxation), eine Fraktur oder ein Implantatversagen (z. B. der Verschleiß der Gleitpaarung). Die Ursachenanalyse für das Versagen ist wesentlich für die Planung der Wechseloperation und darüber hinaus entscheidend für den Erfolg der durchzuführenden Revision. Wesentlich für den Patienten ist, dass bei gesicherter Lockerung der Prothese und definierter Ursache der Revisionseingriff zeitnah erfolgt. Ein Hinauszögern des Revisionseingriffes verschlechtert leider die Operationsbedingungen und somit das Outcome für den Patienten, da eine gelockerte Prothese zusätzlichen Schaden am Knochen verursacht.

 

Ist der Austausch einer Hüftendoprothese erforderlich, können Implantate eingesetzt werden, die auch bei Ersteingriffen zum Hüftgelenksersatz Verwendung finden. Gewechselt werden die Anteile des Prothesensystems, die gelockert oder beschädigt sind bzw. die regelrechte Funktion der Hüftendoprothese nicht mehr gewährleisten können. Sind durch die Lockerung größere Defekte des Knochens entstanden, kommen unterschiedliche Spezialimplantate zur Anwendung, die auch in komplizierten Fällen nahezu immer eine stabile Verankerung im Knochen ermöglichen. Defekte im Knochen sollten während der Operation versorgt werden, dies kann in Abhängigkeit von der Größe und Lokalisation mit Knochentransplantaten, Metallaugmentationen oder  Knochenzement erfolgen.

 

Die Funktion des Gelenkes nach der Wechseloperation ist gegenüber dem Zustand nach Primärversorgung in der Regel etwas schlechter, Ausnahme bildet eine vorbestehende Fehlfunktion. Die Funktionseinbuße ist im wesentlichen bedingt durch das wiederholte OP-Trauma, durch bestehende Defekte am Knochen und an der das Hüftgelenk stabilisierenden Muskulatur. Ihr Rehabilitationsprogramm wird deshalb vom Operateur nach der Operation festgelegt.

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Priv.-Doz. Dr. med. Stephan W. Tohtz

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Dr. med. Sebastian Reuter

Oberarzt Schwerpunkt Hüftgelenkschirurgie
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