Als Nuklearmedizin bezeichnet man die medizinische Anwendung von Radiopharmaka in Diagnostik, Therapie und Wissenschaft. Zur Diagnose von Krankheiten bietet die Nuklearmedizin bildgebende Verfahren, welche im Wesentlichen die Darstellung von Funktion, Durchblutung und Stoffwechsel
von Organen ermöglichen. Bei einer nuklearmedizinischen Untersuchung („Szintigraphie“) werden mit kleinen Mengen radioaktiv markierter Substanzen physiologische und biochemische Vorgänge im Organismus dargestellt.
Das Radiopharmakon wird in eine Armvene gespritzt und reichert sich über
die Blutbahn im darzustellenden Organ an. Mit Hilfe einer hochempfindlichen Gammakamera wird im Körper die Anreicherung dieser spezifischen Radiopharmaka sichtbar gemacht und bildhaft bzw. in Funktionskurven
und Messwerten dargestellt. Eine Röntgenaufnahme zeigt die anatomische
Struktur von Geweben oder Knochen. Deren Stoffwechsel, Funktion oder Vitalität bleibt dabei jedoch ungewiss und kann meist nur mit nuklearmedizinischen Methoden beurteilt werden.
Ausgefeilte Technik und neues Wissen in der Nuklearmedizin können die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen wesentlich optimieren. Allerdings führt mangelndes Wissen über radioaktive Strahlung und deren Anwendung in der Medizin oft zu unbegründeten Ängsten bei Patienten. Dabei merken sie von der Untersuchung meist nicht mehr als die Punktion ihrer Vene – ähnlich wie bei einer Blutentnahme. In vielen Fällen sind die Behandlung und Untersuchung mit radioaktiven Substanzen sogar wesentlich schonender als operative Verfahren oder aufwendige Katheteruntersuchungen.

Klinik für Nuklearmedizin
Chefarzt
Prof. Dr. med. Stefan Dresel
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon: (030) 94 01-534 00
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