Die Augenklinik im HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist im grünen Norden Berlins gelegen. Sie beging im Jahre 2001 ihr 50-jähriges Jubiläum. Ihre Entwicklung ist eng mit der Entwicklung des Klinikums verbunden.
Die Geschichte des Klinikums reicht in die Anfänge des vorigen Jahrhunderts zurück. Ihren Standort verdanken die verschiedenen Bereiche des Klinikums dem durch die Stadt Berlin 1897 erfolgten Ankauf von Ländereien des ehemaligen Voss'schen Gutsbesitzes in Buch. Auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung von Berlin begann zunächst der Bau der 3. Irrenanstalt, dem heutigen Örtlichen Bereich durch C.W. Hufeland, dem bald die anderen Anstalten als für Europa ehemals größten Wohlfahrtsbaukomplex folgten. Architekt war der Berliner Stadtbaurat Ludwig Hoffmann der auch für den Bau des Rudolf-Virchow-Klinikums, des Krankenhauses Moabit und des Kaiserin-Auguste-Victoria-Hauses verantwortlich war. Der Bauabschluss der einzelnen Anstalten in Buch erfolgte überwiegend bis 1915.
Ende der 30er Jahre ergab sich ein Wandel der Bucher Krankenhäuser von "Bewahranstalten" zu Akut-Krankenhäusern. Von den am Kriegsende 1945 in Berlin verbliebenen Krankenhausbetten befanden sich etwa 75% in Buch. 1963 entstand aus der Vereinigung von fünf Krankenhausbereichen das Städtische Klinikum Berlin-Buch. Heute bildet das Klinikum noch das größte und in seiner Ursprünglichkeit weitestgehend erhaltene Ensemble von Baudenkmalen der Ludwig-Hoffmann-Zeit und umfasst mehr als 1.000 Betten für nahezu alle medizinischen Fachdisziplinen.
Nach Vorbereitungen im Jahre 1950 erfolgte die Gründung der Augenklinik 1951 durch Professor Georg Günther.

Die Augenklinik war von Anbeginn im Haus 203 des heutigen Örtlichen Bereiches C.W. Hufeland in der Karower Str. 11 untergebracht.
Günther, damals Dozent, war als Oberarzt und Schüler von Professor Walter Löhlein kommissarischer Direktor der Charité-Augenklinik in der Ziegelstrasse. Die Leitung der Augenklinik Buch hatte er in Personalunion inne.
Günther leitete die Augenklinik bis zu seinem Ruf auf den Lehrstuhl der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald 1953. Dort wurde er später Hochschullehrer, "Doktorvater" und klinischer Lehrer des späteren Chefarztes der Bucher Augenklinik Privatdozent Dr. D.E. Möller.
Günther war ein hervorragender Kliniker und begnadeter Operateur. Er hatte das erste Gerät der damaligen DDR zur objektiven Sehschärfebestimmung entwickelt und war der erste Vertreter des östlichen Deutschlands in der European Ophthalmic Pathology Society (EOPS) als deren Gründungsmitglied.
In Greifswald errichtete er die erste Sehschulabteilung und gründete 1964 die erste Orthoptistinnen-Lehranstalt im Osten Deutschlands. Schwerpunkt seiner klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit waren Fragen und Probleme der Keratoplastik. Er galt als der beste Keratoplastiker der damaligen DDR.
Günthers Nachfolger in der Leitung der Bucher Augenklinik war Dr. Karl Koch.

Seine Promotion erfolgte 1925 in Greifswald, er hatte 1929 die Facharztanerkennung erhalten. Nach der Übernahme der Chefarztstelle der Bucher Augenklinik leitete er in Personalunion auch die Augenklinik des Krankenhauses Pankow. Koch war Chefarzt der Klinik bis 1961.
Nachfolger von Dr. Koch in Buch wurde zum 1. Januar 1962 Professor Viktor Kittel.

Ehemaliger Oberarzt der Universitätsaugenklinik der Charité Berlin, Schüler der Professores Comberg und Karl Velhagen.
Zu seinen wissenschaftlichen Leistungen zählen Monographien über die Durchblutungsstörungen des Auges und Therapie der Augenerkrankungen.
Nachfolger des früh verstorbenen Professor Kittel wurde als Chefarzt der Bucher Augenklinik 1976 Professor Karl-Peter Lommatzsch.

Auch er ehemaliger Oberarzt der Charité-Augenklinik und Velhagen-Schüler. Lommatzsch's zentrale Leistung in Buch war zweifellos die Gestaltung der Klinik zum ophthalmologischen Tumorzentrum der DDR und zu einem ophthalmoonkologischen Zentrum von europäischem Rang. Hatte die Entwicklung der Ruthenium-Applikatoren zur Behandlung des Uvea-Melanoms von ihm bereits in der Charité begonnen, nahmen sie von Buch aus ihren Weg in die Welt. In den 70er Jahren begann unter seiner Leitung an der Klinik die Implantation der ersten Intraokularlinsen der zweiten Generation in der damaligen DDR (Fjodorow-Linsen). Kurz bevor Professor Lommatzsch nach Buch kam, nahm er eine Gastprofessur in den USA wahr.
Nach seiner Berufung auf den Leipziger Lehrstuhl übernahm 1982 Professor Gerhard Goder

die Leitung der Bucher Augenklinik, auch er ehemaliger Oberarzt der Charité-Augenklinik und Velhagen-Schüler. Professor Goder führte Anfang der 80er Jahre die EC-Extraktion der Katarakt mit Implantation der Hinterkammerlinse für das Gebiet der damaligen DDR in Buch ein. Unter seiner Leitung verfügte die Klinik bereits vor 1989 u.a. über eine Phakomaschine, ein Argon- und YAG-Lasergerät sowie über ein automatisches Perimeter. Zu dieser Zeit hatte die Klinik nicht nur ihre Aufgaben vorrangig im augenärztlichen Handeln, sondern auch in der Weiterbildung und Forschung im Rahmen der damaligen Akademie für ärztliche Fortbildung wahrzunehmen. Seither fanden und finden an der Bucher Augenklinik regelmäßig Weiterbildungsveranstaltungen statt, damals als mehrtägige Weiterbildungsveranstaltungen für Augenärzte sowie Operationsdemonstrationen. Bereits 1990 wurden zwei Phakokurse veranstaltet.
Zu den Schwerpunkten der Bucher Klinik in den 80er Jahren gehörten neben der bereits erwähnten Onkologie die Ophthalmopathologie, die Kataraktforschung, Probleme der Wundheilung sowie die Immunologie. Eine Gastdozentur führte Professor Goder nach Finnland sowie eine Gastprofessur in die USA. Professor Goder war als einziger DDR-Vertreter Mitglied der European Ophthalmic Pathology Society (EOPS).
Im Rahmen eines Forschungsprojektes als Großstudie zu Arzneimittelnebenwirkungen an der Linse des menschlichen Auges kam eine Scheimpflugkamera an die Klinik, sie war das einzige Gerät im damaligen Ostblock.
Die Scheimpflugfotografie wurde vom Physiker der Klinik Dr. Huebscher Scheimflug-Videografie weiterentwickelt. Professor Goder leitete die Bucher Augenklinik bis zum 31. Dezember 1991.
Am 1. Januar 1992 wurde sein Stellvertreter, Privatdozent Dr. med. Dieter-Erich Möller (Bild), zunächst kommissarischer Leiter und dann als Chefarzt bestätigt.

Damit schloss sich personell gewissermaßen der Kreis zum Gründer der Bucher Augenklinik. Professor Günther war in Greifswald Hochschullehrer, "Doktorvater" und klinischer Lehrer des späteren Chefarztes der Bucher Augenklinik.
Mit der Wende erlebte auch die Augenklinik Buch entscheidende Veränderungen. War sie zuvor schon gut eingerichtet, konnten in den letzten Jahren die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten erweitert werden.
Bereits 1990 erhielt die Klinik den zweiten OP-Saal. Nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache konnten in der Klinik, an der Jahreswende 1992 zu 1993, mit ambulanten intraokulären Eingriffe, vor allem Kataraktopretionen, begonnen werden.
Es erfolgte im Jahr 2004 der komplette Umzug der Klinik in das Haus 202. Hier wurde ein OP-Bereich mit 2 nebeneinanderliegenden Operationssälen eingerichtet.
Privatdozent Dr. med. Dieter Erich Möller wurde zum 31. Dezember 2004 in den Ruhestand verabschiedet und ab 1. Januar 2005 die Leitung Dr. med. Jörn Kuchenbecker übertragen, der zuvor als Oberarzt an der Universitätsaugenklinik Magdeburg tätig war.

Klinik für Augenheilkunde
Chefarzt
Priv.-Doz. Dr. med. Jörn Kuchenbecker
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