02.02.12
Jährlich erkranken rund 500 Kinder in Deutschland an akuter lymphatischer Leukämie (ALL). Diese Krebsart ist eine der häufigsten bösartigen Bluterkrankungen im Kindesalter. Die Heilungschancen liegen bei bis zu 85 Prozent.
Im hämatologischen Speziallabor des HELIOS Klinikums Berlin-Buch werden Knochenmark und Blut von an Blutkrebs erkrankten Kindern mit einer sehr spezialisierten Labortechnik der sogenannten multiparametrischen Durchflusszytometrie -MRD- untersucht. Damit können trotz Therapie verbliebene Leukämiezellen sehr viel frühzeitiger als im Mikroskop erkannt werden. Ziel dieser speziellen Diagnostik ist es, durch rechtzeitige Umstellung oder Intensivierung der Chemotherapie das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Die Dauer der Krebstherapien liegt durchschnittlich bei zwei Jahren. Den kleinen Patienten werden während der Behandlung zwei bis drei Mal Knochenmark bzw. Blutproben entnommen.
„Diese Untersuchungen sind nach Diagnose der Erkrankung wichtig für die richtige Auswahl der Therapie sowie im Krankheitsverlauf für eine rechtzeitige Intensivierung der Chemotherapie und somit für den Behandlungserfolg “, sagt der Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie, Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig.
Die Durchflusszytometrie ist dabei eine der wichtigsten Methoden zur Komplettierung der Diagnostik. Diese Technik gibt Informationen zu Merkmalen der bösartigen Zellen, die weit über die mikroskopische Begutachtung von Leukämiezellen hinausgehen. Insbesondere bei bösartigen Erkrankungen des Knochenmarks und der Lymphknoten sind zusätzliche Untersuchungen zur Charakterisierung der Zelleigenschaften notwendig. Hier werden biologisch wichtige Moleküle der Zelloberfläche, aber auch des Zellinneren, mittels spezifischer, mit einem Fluoreszenzfarbstoff markierter Antikörper angefärbt. Die markierten Zellen werden hintereinander in einer haarnadelfeinen Kanüle an einem Laserstrahl vorbeigeführt, der die mit den unterschiedlichen Fluoreszenzfarbstoffen angefärbten Zellen zur Aussendung von unterschiedlichen Lichtsignalen anregt. Die elektronische Verarbeitung und computergestützte Auswertung dieser Lichtsignale ermöglicht die Charakterisierung von bis zu zwölf verschiedenen Parametern pro Zelle an tausenden von einzelnen Zellen.
Pro Jahr werden aus bundesweiten Einsendungen circa 800 bis 1.000 Proben im Bucher Speziallabor untersucht.
Das Hämatologische Speziallabor ist als nationales Referenzlabor für die größte deutsche Kinderleukämie-Studie (ALL-BFM) verantwortlich für die Diagnose und die MRD-Analyse von akuten lymphatischen Leukämien im Kindes- und Jugendalter. Es gehört zur Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie. „Die in unserem Labor durchgeführte Diagnostik ist für die pädiatrische Studie der ALL-BFM Studiengruppe zur Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie von großer Bedeutung. Gleichzeitig sind wir internationaler Kooperationspartner für Forschung und Ausbildung von Hämatologen und technischen Laborkräften“, so Chefarzt Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig.
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Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 65 eigene Kliniken, darunter 45 Akutkrankenhäuser und 20 Rehabilitationskliniken. Mit sechs Maximalversorgern in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin und Wuppertal nimmt HELIOS im deutschen Klinikmarkt eine führende Position bei der Privatisierung von Kliniken dieser Größe ein. Darüber hinaus hat die Klinikgruppe 30 Medizinische Versorgungszentren (MVZ). HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der HELIOS Konzernzentrale ist Berlin.
HELIOS versorgt jährlich mehr als zwei Millionen Patienten, davon rund 700.000 stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 20.000 Betten und beschäftigt über 37.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2010 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.
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