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19.04.10

Erleichterungen für Dialysepatienten

Berching. Die Dialysepatienten der HELIOS Klinik und der Seniorenresidenz werden es in Zukunft leichter haben. „Die HELIOS Klinik Berching wird in Kooperation mit dem KfH – Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. in Neumarkt -  auch Peritonealdialysen im eigenen Hause durchführen“, erklärte die Ärztliche Direktorin Dr. Ramona Ullmann anlässlich des XIV. Forum Geriatricum. „Dadurch bleiben ihnen weite und beschwerliche Anfahrtswege erspart.“

Landrat Albert Löhner würdigte das Engagement der HELIOS Klinik Berching: „Die Gesundheitsversorgung spielt im Landkreis Neumarkt eine wichtige Rolle. Nicht nur die zahlreichen Patienten profitieren davon, sondern auch Erwerbstätigen, die in diesem Sektor arbeiten.“ Der Landkreis sichere die stationäre Akutversorgung, sei aber zugleich stolz auf die sehr gute Zusammenarbeit mit der Berchinger HELIOS Klinik: „Die Kooperation ist der Schlüssel für eine umfassende Versorgung“. Im Hinblick auf das Tagesthema der Nierenerkrankungen sprach er auch den nicht geringen Kostenfaktor der Dialyse im Gesundheitswesen an: „Hier ist es wichtig, die Synergien im Landkreis zu nutzen, denn der medizinische Fortschritt verlängert nicht nur das Leben, sondern schafft auch mehr Lebensqualität.“

Das XIV. Forum Geriatricum befasste sich mit Nierenerkrankungen. „Ein besonderes Augenmerk galt dabei den speziellen Bedürfnissen von älteren Patienten“ führte Dr. Ramona Ullmann aus. „Zwar erscheinen invasive Therapiemaßnahmen wie die Dialyse oder sogar Transplantationsmedizin für alte Menschen sehr spektakulär. Eingebettet in ein optimales ganzheitliches geriatrisches Behandlungsregime sind aber gerade für den älteren Patienten auch moderne Diagnostik- und Therapieverfahren anwendbar.“ Insbesondere sei auch die Rehabilitation von nierenkranken älteren Patienten sinnvoll. „Wir haben unsere Patientendaten statistisch ausgewertet und dabei nachweisen können, dass trotz und neben dem regulären Dialyseregime unsere Dialysepatienten von einer geriatrischen Rehabilitation deutlich profitieren. Sie sind schneller wieder mobil und können eher in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren.“

Dr. Josef Wopperer vom KfH – Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. in Neumarkt erläuterte die Dialyseverfahren für ältere Patienten und hob dabei vor allem die Vorteile der Peritonealdialyse hervor. Dabei wird die Dialyseflüssigkeit zur Blutwäsche direkt in den Bauchraum eingeleitet und später wieder abgeführt. Über das Bauchfell erfolgt dann eine Reinigung des Blutes: „Diese Dialyseart kann zwar nur über einen begrenzten Zeitraum angewandt werden, ist jedoch wesentlich schonender für die Patienten“. Er stellte auch fest, dass zwar rund 60.000 Menschen in Deutschland eine regelmäßige Dialyse benötigen, aber rund 8 – 10 Millionen Menschen eine Nierenerkrankung aufweisen. „Hier ist noch sehr viel Aufklärungsarbeit nötig. Denn je früher eine Erkrankung entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen bzw. desto eher kann hinsichtlich einer Niereninsuffizienz eine Restfunktion der Niere erhalten bleiben.“

Dr. Jens Trögner von der Schön Klinik Rosenheim referierte über den Elektrolyt- und Wasserhaushalt im Körper und wies vor allem auf die Gefahr der Exsikkose hin: „Vor allem ältere Menschen trinken zu wenig. Um den Stoffwechsel aufrecht zu erhalten, ist jedoch gerade das wichtig.“

Prof. Ursula Göbel aus dem HELIOS Klinikum Berlin-Buch bemerkte, dass sich in den letzten Jahren auch zunehmende Zahlen für Nierenerkrankungen feststellen lassen, die durch Störungen der körpereigenen Abwehr entstanden sind. Sicherlich stellt diese Gruppe nicht die Hauptursache der chronisch nierengeschwächten Patienten dar, dies sind in erster Linie die Folgekomplikationen der Hochdruckkrankheit und des Diabetes mellitus, allerdings sollte auch im höheren Lebensalter an diese Erkrankungen gedacht und diagnostiziert werden.

Vom Universitätsklinikum Erlangen brachte Dr. Katharina Pressmar, Nephrologin und Leiterin der Transplantationszentrale interessante neue Erkenntnisse mit. „Forschungen haben ergeben, dass bei einer Nierentransplantation nicht nur die Übertragung von jungen Nieren erfolgreich ist. Auch die Transplantation von Nieren von einem alten Spender auf einen alten Empfänger gelingen sehr gut und können dem Patienten für zum Teil viele Jahre Lebensqualität schenken.“