08.06.11
Viel Verständnis müssen derzeit die Patienten im Helios Agnes Karll Krankenhaus aufbringen. Weil Handwerker seit kurzem in das Bad Schwartauer Belegkrankenhaus eingezogen sind und einigen Lärm verursachen. Und ab der kommenden Woche werden sie dort noch deutlicher und unüberhörbarer den Ton angeben. Dann nämlich macht sich ein Bagger daran, die alte Station A abzureißen. Dafür wird diese Station dann aber auch in rund vier Monaten völlig neu entstehen. Modultechnik, sprich Elemente, die zusammengesetzt werden, ermöglichen die nur kurze Bauzeit.
„Wir wissen, dass wir unseren Patienten viel abverlangen,“ bittet Helios-Geschäftsführer Thomas Rupp schon jetzt um Nachsicht, „aber wir haben die Um- und Neubauphase bewusst in unsere belegungsärmste Zeit verlagert, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.“ Doch einmal müsse dieser Schnitt halt gemacht werden – und danach werde sich die Klinik am Hochkamp dann deutlich moderner präsentieren.
Nachdem sich Pläne, das Helios Agnes Karll Krankenhaus auf einem Nachbargrundstück komplett neu entstehen zu lassen, zerschlagen hatten, weil das Land keine Zuschüsse geben mochte, griff bei Helios der weniger ambitionierte Plan B: anstelle eines Neubaus nun die vollständige Erneuerung der Station A. Dafür bewilligten die Aufsichtsgremien von Helios und der Muttergesellschaft Fresenius die erforderlichen Mittel. Immerhin stecken die Klinikbetreiber erneut einen hohen Betrag in die weitere Modernisierung ihres Hauses: Fünf Millionen Euro wird das Vorhaben kosten.
„Kurz vor Beginn der Arbeiten haben wir die etwa 30 Patienten der alten Station A auf die Stationen B und C verlegt“, erläutert Nicole Loose-Neumann, bei Helios zuständig für Unternehmenskommunikation & Marketing. Einige mussten dabei mit Drei-Bett-Zimmern vorlieb nehmen. Betroffen sind vor allem Patienten nach Operationen mit Knie- und Hüftprothesen sowie neurologischen Eingriffen an der Wirbelsäule. Acht bis zehn Tage beträgt durchschnittlich deren Verweildauer am Hochkamp.
Nur eine Woche lang, tröstet der 48-jährige Rupp, werden die mit mehr Lärm verbundenen Abrissarbeiten voraussichtlich dauern. Am 15. Juni rollt der Abrissbagger an, die Beseitigung des Flachbaues soll rasch erfolgen. Danach geht jedoch alles sehr zügig voran, weil die neue zweigeschossige Station A aus vorgefertigten Modulen zusammengesetzt wird. Nur wenige Tage soll die Montage der bereits im Bau befindlichen Einzelteile dauern.
Rupp erläuterte das Verfahren der Firma ALHO, Modulare Gebäude, aus dem nordrhein-westfälischen Morsbach: „In den vorgefertigten Modulen ist bereits nahezu alles vorhanden: die Waschbecken, die Toiletten, die Fenster, sogar die Gardinen.“ 20 dieser Module werden geliefert, je zehn bilden eines der beiden Stockwerke, die über einen Aufzug und eine Treppe miteinander verbunden sind. Danach bleibt den Handwerkern nur noch, die Ver- und Entsorgungsleitungen zu installieren.
Die beiden neuen Stationen, künftig A 0 und A 1 genannt, verfügen über insgesamt 66 Betten. Die Zimmer sind mit modernen Nasszellen ausgestattet und sind von einem moderneren zeitgemäßeren Ambiente geprägt. A 0 und A 1 verfügen nur noch über Zwei- und einige Drei-Bett-Zimmer. Zimmer mit vier Betten sind dann im Agnes Karll Krankenhaus endgültig out. Kritikern hält Rupp entgegen,dass in dem Belegkrankenhaus aus wirtschaftlichen Gründen – „Wir müssen sehr genau kalkulieren“ – nicht auf Drei-Bett-Zimmer verzichtet werden könne – zumal dies eine Regelleistung der Krankenkassen sei.
Wer sich dafür interessiert, kann nach Pfingsten den Baufortschritt am Helios Agnes Karll Krankenhaus über eine bis dahin installierte Webcam verfolgen. Einfach die Website www.helios-kliniken.de/badschwartau anklicken.
Ende September, hofft Rupp, sind die Arbeiten beendet. Der Helios-Geschäftsführer: „Im Oktober werden wir bei einem Tag der offenen Tür unsere neuen Stationen A 0 und A 1 dann der Öffentlichkeit vorstellen“.