28.02.12
Wenn es das Operationsverfahren zulässt und die Patienten dies wünschen, bieten die Anästhesisten des HELIOS Klinik Bad Gandersheim ihren Patienten eine örtliche Betäubung zusätzlich zu oder anstatt einer Vollnarkose zur Schmerzausschaltung an.
Bei der Regionalanästhesie, die umgangssprachlich auch als Teilnarkose bezeichnet wird, wird bei Bewusstsein der örtliche Schmerz im Bereich der Nervenbahnen ausgeschaltet. Dies geschieht vor allem durch Medikamente (Lokalanästhetika), die die elektrische Leitfähigkeit der Nerven unterdrücken.
Der Vorteil: Regionalanästhesien verursachen im Vergleich zu Vollnarkosen weniger Atemprobleme und mögliche Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems. Da sich die Patienten nach der Operation schneller erholen und früher mobilisiert werden können, kommt es auch seltener zu Lungenentzündungen, Thrombosen- oder Lungenembolien. Die Patienten haben über viele Stunden – ohne weitere Medikamentengabe - eine optimale Schmerzausschaltung. Bei geeigneten Eingriffen kann dieser Effekt durch die Anlage eines dünnen Katheters, an den eine spezielle Pumpe mit Lokalanästhetika angeschlossen wird, über mehrere Tage aufrecht erhalten werden.
„Wir setzen bei peripheren Regionalanästhesien Ultraschall ein“, erklärt Michael Marks, stellvertretender Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie in der HELIOS Klinik Bad Gandersheim. „Der Anästhesist kann durch das Ultraschallverfahren mit hochauflösenden Geräten das Einspritzen des Betäubungsmittels unter Sicht durchführen. Wir können die Nerven und die erforderliche Einstichstelle präziser orten als mit der herkömmlichen elektrischen Nervenstimulation“, fügt er hinzu. Somit ist gewährleistet, dass das Betäubungsmittel genau dahin gespritzt wird, wo es eine optimale Wirkung erzielt. Der Patient profitiert von einer perfekten und länger andauernden Schmerzausschaltung mit weniger Substanz.
Regionalanästhesien sind vor allem bei Patienten mit Vorerkrankungen einer Vollnarkose vorzuziehen. Insbesondere Menschen mit Herz-Kreislauf- oder Lungenkrankheiten profitieren von diesem Verfahren. Zusätzlich zu peripheren Nervenblockaden wird bei orthopädischen Eingriffen immer öfter die sogenannte Spinalanästhesie genutzt, bei der nur Abschnitte des Körpers betäubt werden.