26.02.10
Seit 1971 ist für Frauen in Deutschland das Recht auf eine kostenfreie gynäkologische Krebsvorsorge gesetzlich festgeschrieben. Zum Beispiel haben auf den sogenannten Pap-Abstrich gesetzlich versicherte Frauen ab dem 20. Geburtstag einen jährlichen Anspruch. Bei dieser Vorsorgeuntersuchung wird mit einem Abstrich oberflächliches Zellmaterial vom Muttermund und Gebärmutterhals gewonnen, das anschließend unter einem Mikroskop begutachtet wird. Der Pap-Test hat eine Treffsicherheit von 80 bis 90%. Wird er in regelmäßigen Abständen durchgeführt, kann eine krebsartige Veränderung am Gebärmutterhals rechtzeitig erkannt und die betroffene Frau durch einen kleinen Eingriff dauerhaft geheilt werden.
Nur 65 % der 25 bis 54-jährigen Frauen beteiligen sich an der Krebsvorsorge. Dr. med. Marek Budner, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und stellvertretender Leiter des Brustzentrums im HELIOS Klinikum Bad Saarow erläutert dies anhand des Beispiels Brustkrebs: „Mit zunehmendem Alter lässt das Interesse der Frauen an der Krebsvorsorge drastisch nach. So nehmen nur noch 30% der Frauen über 65 Jahre das Früherkennungsprogramm in Anspruch. Und dass, obwohl Brustkrebs in den meisten Erscheinungsformen eine Alterskrankheit ist.“
In den Industrieländern sind nur geradezu 2% aller Krebspatienten jünger als 30 Jahre. Jenseits der Lebensmitte wächst aber das Krebsrisiko.
Der Chefarzt ergänzt:“Anders als bei Lungenkrebs, dessen Früherkennung äußerst schwierig ist, verhält es sich beim Brustkrebs.
Die modernen Diagnose- und Therapieverfahren bei der Behandlung von Brustkrebs im HELIOS Klinikum Bad Saarow erfüllen dank interdisziplinärer Zusammenarbeit im zertifizierten Brustzentrum höchste internationale Standards. „Im Jahr 2009 wurden in der Klinik für Frauenheilkunde über 400 Patientinnen primär am Brustkrebs operiert. Damit liegt das Klinikum im Land Brandenburg an erster Stelle“ betont Dr. Budner. Wichtig ist ihm auch, dass die Vor- und Nachsorge der Patientinnen in enger Kooperation mit niedergelassenen Kollegen durchgeführt werden.
Zur Abklärung eines Befundes, bei denen im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung ein auffälliger vaginaler Abstrich diagnostiziert wurde, können niedergelassene Gynäkologen ihre Patientinnen in die zertifizierte Dysplasie-Sprechstunde des HELIOS Klinikums Bad Saarow überweisen. Hier führen spezialisierte Ärzte zusätzliche Untersuchungen durch, um entzündliche Veränderungen, Krebsvorstufen (Dysplasien) oder frühen Stadien von Krebs zu differenzieren und zu behandeln.
In seiner Sonntagvorlesung zum Thema „Früherkennung von gynäkologischen Krebserkrankungen“ im HELIOS Klinikum Bad Saarow wird sich Dr. med. Marek Budner mit dem derzeit durchgeführten Krebsfrüherkennungsprogramm von gynäkologischen Krebserkrankungen beschäftigen. Er wird die Bedeutung der Vorsorgeprogramme mit Aspekten der Risikobeurteilung, Aufklärungsanleitung und Information intensiv erläutern. Alle Interessierten sind recht herzlich eingeladen.