10.03.10
230 Besucher bei der gemeinsam organisierten Informationsveranstaltung über Gefäßkrankheiten der Kardiologischen Praxis Dr. Hüttemann, Usingen und der HELIOS William Harvey Klinik – Bad Nauheim.
(H). Die Kardiologische Arztpraxis Albrecht/Hüttemann/Rau aus Usingen (Ärztehaus am Riedborn) hatte gemeinsam mit der HELIOS William Harvey Klinik Bad Nauheim zu einem Vortragsabend in die Stadthalle Usingen eingeladen. Die Klinik ist ein zertifiziertes Gefäßzentrum der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie für Erkrankungen der Arterien, der Venen und der Lymphgefäße.
Dr. Martin Hüttemann begrüßte rund 230 Besucher sowie den Referenten der William Harvey Klinik. Dr. Thomas Umscheid, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Gefäßchirurgie.
Hüttemann referierte über "Der Schlaganfall – eine vermeidbare Katastrophe". In beeindruckender Weise erläuterte er, warum der Schlaganfall ein so wichtiges Thema ist. Jährlich erleiden etwa 200 000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall und tragen oft bleibende, den Alltag einschränkende Behinderungen davon. Außerdem ist er die dritthäufigste Todesursache hierzulande. In einem hohen Prozentsatz lässt sich der Schlaganfall auf eine hochgradige Verengungen der Halsschlagader zurückführen und kann somit durch eine Behandlung vermieden werden. Bei solchen Verengungen handelt es sich um unmittelbare Folgen einer Arteriosklerose ("Gefäßverkalkung"). Bei der Entstehung spielen die Gefäßrisikofaktoren Bluthochdruck, Rauchen, Fettstoffwechselstörung, Diabetes und Übergewicht eine wichtige Rolle. Eindringlich wies Hüttemann auf die Warnsymptome, die einen Schlaganfall ankündigen, hin. Solche Warnsignale seien kurzzeitig anhaltende Gefühlsstörungen, Sprachstörungen, Schwächen der Gesichts-, Arm- oder Beinmuskulatur und vorübergehende Gesichtsfeldausfälle, je nachdem, welche Hirnregion betroffen sei. Gerade diese Vorboten sollten ernst genommen werden. Es sei vorrangiges Behandlungsziel, den Schlaganfall zu verhindern, bevor er auftrete.
Nach einer kurzen Pause führte Thomas Umscheid das Thema mit dem Vortrag: "Behandlungsmethoden bei Verengungen der Halsschlagader. Ist alles gut, was neu ist? fort. Neben der klassischen Operation der Halsschlagader seien inzwischen interventionelle Behandlungsmethoden (Ballonweitung und Stent) getreten, die als sich ergänzende Methoden angepasst auf die Bedürfnisse des Patienten eingesetzt würden. 40.000 Patienten werden jährlich in der Bundesrepublik operativ oder durch Stent wegen Verengungen der Halsschlagader vorbeugend oder nach einem Schlaganfall behandelt. Während die offene Operation eine seit 1952 erprobte und bewährte Therapie ist, ist die Behandlung mit Stents noch recht neu und bei weitem nicht alle Patienten eignen sich dafür. Allmählich zeigt sich, durch das Vorliegen entsprechender Studien, welcher Patient für welche Methode besser geeignet ist. Umscheid: Es muss für jeden Patienten individuell die beste Therapie ausgesucht werden und die Einrichtung, an der ein Patient mit einer Verengung der Halsschlagader behandelt wird, sollte auch alle gängigen Verfahren der Therapie anbieten und beherrschen. Die Patienten sollten sich beraten lassen, was für sie die richtige Therapie ist. Kleinere Schnitte sind dabei nur ein Steinchen für die Therapieentscheidung. Und nicht immer ist der Stent besser. Im Rahmen des Vortrages wurden beide Therapieverfahren mit reichlich Bildmaterial vorgestellt und an Ende offen diskutiert.
Neben den Vorträgen hatten die Besucher Gelegenheit, einen kostenlosen Ultraschallgefäßcheck der Halsschlagader sowie der Bauchschlagader durchführen zu lassen.