11.02.10
250 Besucher bei der vom VdK-Ortsverband Nidda organisierte Informationsveranstaltung über Gefäßkrankheiten
Nidda (V)
Die HELIOS William Harvey Klinik in Bad Nauheim und der VdK Ortsverband Nidda hatten gemeinsam zu einem medizinischen Vortragsabend ins Bürgerhaus Nidda eingeladen. Die Klinik ist ein zertifiziertes Gefäßzentrum der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie für Erkrankungen der Arterien, der Venen und der Lymphgefäße.
Helmut Appel begrüßte als Vorsitzender des VdK Ortsverbandes zahlreiche Mitglieder und Gäste, sowie die Referenten der William Harvey Klinik. Dr. med. Gerhard Salzmann, ehemaliger Ärztlicher Direktor und Chefarzt und seinen Nachfolger Dr. Thomas Umscheid, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Gefäßchirurgie mit deren Team.
Dr. med. G. Salzmann referierte über "Durchblutungsstörungen des Gehirns ... dass uns nicht der Schlag trifft!" In beeindruckender Weise erläuterte er warum der Schlaganfall ein so wichtiges Thema ist. Jährlich erleiden etwa 250 000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall und tragen oft bleibende, den Alltag einschränkende Behinderungen davon. Außerdem ist er die dritthäufigste Todesursache hierzulande. Jeder vierte Schlaganfall ist auf hochgradige Verengungen der Halsschlagader zurückzuführen und kann somit durch eine Behandlung vermieden werden. Bei solchen Verengungen handelt es sich um unmittelbare Folgen einer Arteriosklerose ("Gefäßverkalkung"). Bei der Entstehung spielen die Gefäßrisikofaktoren Bluthochdruck, Rauchen, Fettstoffwechselstörung, Diabetes und Übergewicht eine wichtige Rolle. Eindringlich wies er auf die Warnsymptome, die einen Schlaganfall ankündigen hin. Solche Warnsignale sind kurzzeitig anhaltende Gefühlsstörungen, Sprachstörungen, Schwächen der Gesichts-, Arm- oder Beinmuskulatur und vorübergehende Gesichtsfeldausfälle, je nachdem welche Hirnregion betroffen ist. Gerade diese Vorboten sollten von Jedem ernst genommen werden und so ist das vorrangige Behandlungsziel, den Schlaganfall zu verhindern bevor er auftritt. Neben die klassische Operation der Halsschlagader sind inzwischen auch interventionelle Behandlungsmethoden (Ballonweitung und Stent) getreten, die als sich ergänzende Methoden angepasst auf die Bedürfnisse des Patienten eingesetzt werden.
Nach einer kurzen Pause führte Dr. Thomas Umscheid das Thema "Schmerzen beim Gehen - was kann das sein? Durchblutungsstörung der Beine, es muss nicht böse enden" fort.
Eine häufige Ursache hierfür stellen krankhafte Verkalkungen der Beinarterien dar. Das Blut kann nicht mehr ausreichend in die Beinmuskulatur gelangen. Es kommt zu schmerzhaften Muskelverkrampfungen beim Gehen, die zum Stehenbleiben zwingen. Man spricht von "Schaufensterkrankheit". Mit dem Fortschreiten der arteriellen Verschlusskrankheit drohen Schmerzen bereits in Ruhe, Beingeschwüre ("Raucherbein") und schlimmstenfalls Amputationen. Der Gefäßchirurg betonte, dass dies alles nicht sein muss, wenn frühzeitig ein Gefäßspezialist aufgesucht wird. Es gibt mittlerweile für jedes Krankheitsstadium wirksame Behandlungsmethoden. Wie auch bei der Halsschlagaderbehandlung kommen auch hier neben den klassischen offenen Operationsmethoden (Bypass, Ausschälung) auch mehr und mehr Kathetertechniken zum Einsatz. Damit können erhöhte operative Belastungen für den Patienten vermieden werden.
Neben diesen interessanten medizinischen Vorträgen hatten die Besucher Gelegenheit einen kostenlosen Ultraschallgefäßcheck der Halsschlagader sowie eine Beinarterienuntersuchung durchführen zu lassen. Auch standen die Gefäßspezialisten noch für persönliche Gespräche zur Verfügung.