Belegtage
Die Behandlungstage sanken von durchschnittlich 93,5 Tagen im Jahr 1993 auf 52,3 Tage im Jahre 2003 (Abb. 5).
Abb. 5: Entwicklung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 1993 – 2003
Art der Beendigung
83,2% der Patienten beenden die Therapie regulär. 5,8% der vorzeitigen Beendigungen gehen vom Patienten aus, 3,3% vom Therapeuten und 6,5% geschehen in beiderseitigem Einverständnis.
Häufigkeit und Menge der Behandlungsangebote
Die in Stunden pro Woche häufigsten Behandlungsangebote stellen die tiefenpsychologisch-erlebnisorientierte Gruppentherapie und die Patientenversammlung mit Pflegeteam ("Komitee“) dar. Es folgen die indikativen Körper-, Kunst- und Kreativtherapien, der Frühsport, Meditation, Klinikvollversammlung und die störungsspezifischen Satellitengruppen zu Alkohol-, Drogen-, oder Essproblemen oder Gruppen zu Angststörungen und Depressionen. Die "Gesamtdosis“ an Therapieangeboten ist auch wegen des stark gruppentherapeutischen Settings und der vielen Großgruppen verglichen mit anderen Psychosomatischen Kliniken sehr hoch.
Medikamente
Generell werden Medikamente in der Klinik eher selten verabreicht. Etwa 3% erhalten Neuroleptika und 12% Antidepressiva. Anwendungsbereiche sind vor allem schwere Depressionen.
"Wirkfaktoren“
80 – 90% der Patienten fanden folgende Behandlungskomponenten ziemlich bis sehr hilfreich (Abb. 6): Leben in der Gemeinschaft, Einzelpsychotherapie, Kerngruppe (psychodynamisch-erlebnisorientierte Gruppentherapie) und die Beziehung zum Kerngruppentherapeuten. 72% beurteilten die Emotionale Kompetenzgruppe als hilfreich, etwa 65% fanden die Körperarbeit, den Frühsport und die Angstbewältigungsgruppe hilfreich; 60% die Kreativgruppen, den Seelsorger, die Bonding-Gruppe (emotionale Körpertherapie) und die Essstörungsgruppe; 55% das Pflegeteam und die Naturheilkunde. Knapp 50% schätzten die Kognitive Depressionsgruppe und die Vollversammlung als hilfreich ein und 38 – 42% die Selbsthilfegruppen, die "Spirituelle Gruppe“, die Gemeinschaftstherapie mit Team und das Komitee (patientengeleitete Gruppe).
Abb. 6: Patienteneinschätzung bei Behandlungsende wie hilfreich bestimmte Therapieangebote waren (Kohorte: 1. Halbjahr 2004)
Zufriedenheit mit Ausstattung, Ernährung und Ablaufprozessen der Klinik
Etwa 90% beurteilten die schnelle Abwicklung der Aufnahme positiv, ferner der gleiche Anteil die Sauberkeit und Ausstattung des Zimmers, die schnelle und höfliche Bearbeitung der Anmeldung und die Freundlichkeit des Empfangs (Abb. 7). Während mit der Essensmenge 85% zufrieden waren, traf dies nur noch für 65% auf die Schmackhaftigkeit und für 55% auf den Abwechslungsreichtum des Essens zu. 84% waren mit der Berücksichtigung eigener Wünsche bei der Anmeldung zufrieden, 80% mit der Wohnlichkeit des Zimmers. 70% befanden die Veranstaltungshinweise auf dem neuesten Stand ("schwarzes Brett“), und je 65% waren zufrieden mit den Freizeitangeboten in der Klinik, den Informationen durch die Mitpatienten für Neuangekommene, dem Aussehen der Empfangshalle, Aufenthaltsräumen und Speisesaal. Mit dem Aussehen der Gruppentherapieräume waren noch 50% zufrieden, und unzureichende Hinweisschilder zu den Abteilungen/Gruppenräumen monierten immerhin 60%.
Abb. 7: Zufriedenheit mit verschiedenen Komponenten der Behandlung bzw. der Klinik (Kohorte: 1. Halbjahr 2004)
Zufriedenheit mit dem Engagement und Verhalten des Klinikpersonals
Wie in den Vorjahren, waren auch 2004 (Abb. 8) die Patienten am meisten (ca. 95%) zufrieden mit Engagement und Verhalten der Zimmerfrauen und Küchenfrauen, gefolgt von den Kreativ- und Körpertherapeuten, dem Pflegepersonal und den Psychotherapeuten (je ca. 90%). Mit dem Sekretariat waren 80% zufrieden, mit der Verwaltung 73% und mit den Körpermedizinern 72%.
Abb. 8: Zufriedenheit mit verschiedenen Personengruppen der Klinik (Kohorte: 1. Halbjahr 2004)