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Lebenszufriedenheit

Fast 70% der Patienten waren zu Therapiebeginn ziemlich oder sehr unzufrieden mit ihrem Leben (Abb. 1), am häufigsten mit ihrer Arbeitssituation (64%), gefolgt von den Bereichen Gesundheit (63%)  und familiäre Situation (60%). 38% waren mit ihrer Wohnsituation unzufrieden.
Abb. 1: Unzufriedenheit der Patienten in verschiedenen Lebensbereichen (n=4929; Kohorten 1998 – 2003)

 

Die Beeinträchtigungen durch die psychische Störung äußern sich nach Einschätzung der Psychotherapeuten im körperlichen Bereich zu 30% gering, zu 49% deutlich und zu 19% stark (Abb. 2. Die psychischen Folgen werden zu 23% als deutlich und zu 76% als stark eingestuft, die sozialkommunikativen Folgen zu 40% als deutlich und zu 57% als stark. Die Folgen der psychischen Erkrankungen zeigen sich eher im intrapsychischen (z.B. Selbstabwertung, Suizidphantasien) und zwischenmenschlichen Bereich.
Abb. 2: Einstufung der Schwere der Beeinträchtigung in drei Bereichen durch den Therapeuten (Kohorten 1997 – 2003; n=4746)

 

ICD-10 Diagnosen (Internationale Klassifikation Psychischer Störungen, Weltgesundheitsbehörde)

Betrachtet man alle Diagnosen, die als Behandlungsanlass gelten konnten, so haben 68% der Patienten eine Form von Depression. Je 40% weisen irgendeine Essstörung (Bulimie, Anorexie, Adipositas, "Esssucht“, andere Essstörung) oder irgendeine Persönlichkeitsstörung auf, vor allem die Formen mit Selbstunsicherheit, Abhängigkeit, Zwanghaftigkeit und Narzissmus. 23% leiden bei Behandlungsbeginn unter einer Angststörung, 14% unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung, 12% unter einer Borderline-Störung, weitere 12% unter einer somatoformen Störung, 11% unter einer psychosomatischen Erkrankung im engeren Sinne (z.B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn), 10% unter einer Abhängigkeitserkrankung und 5% unter einer Anpassungsstörung. Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man die Verteilung der Hauptdiagnosen beachtet (Abb. 3). Während Angststörungen, somatoforme Störungen und psychosomatische Erkrankungen eher als Nebendiagnosen verschlüsselt werden, ist die Borderline-Diagnose zumeist auch die Hauptdiagnose.
Abb. 3: Verteilung der ICD-10 Hauptdiagnosen (Kohorten 1993 – 2003; n=7884)

 

Unbewusste psychodynamische Konflikte
Ergänzend zur beschreibenden Diagnostik des ICD-10 wurden auch die psychodynamischen Konflikte im Sinne der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD) diagnostiziert (Abb. 4). Bei der OPD handelt es sich um einen Expertenvorschlag zur Konkretisierung psychoanalytischer Begriffe im Bereich der psychischen Diagnostik (OPD-Arbeitskreis, 2003). Danach hatten 28% der Patienten maßgeblich Selbstwertkonflikte und jeweils ein Fünftel wies einen Autarkie-/ Versorgungskonflikt, einen Autonomie-/ Abhängigkeitskonflikt oder einen Kontrolle-/ Unterwerfungskonflikt auf, andere Konfliktarten waren selten.
Abb. 4: Verteilung der OPD-Hauptkonflikte (Kohorten 1997 – 2003; n=5331; unbewusste psychodynamische Konflikte)