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Sozialtherapie

Im Rahmen der Sozialtherapie werden Themen der sozialen Nachsorge im Anschluss an die stationäre Therapie behandelt. Dies betrifft die Bereiche Wohnen, Arbeit, Umgang mit Behörden etc.

 

Wir begreifen Psychotherapie und Sozialtherapie als ein dynamisches Feld. Keines von beiden ist vor- oder nachrangig. Eine über Gebühr belastende Lebensrealität macht die Seele krank, eine kranke Seele manifestiert sich in einem dysfunktionalen “Lebensgarten”, dem die Ressourcen, dem die Struktur verloren gegangen ist. Die Unterscheidung ist willkürlich.

 

Im so genannten Burn-Out-Syndrom z.B. erleben wir die Eskalation dieses Teufelskreislaufs: Ein Mensch erlebt sich so belastet, dass er sich der, vielleicht durchaus vorhandenen Ressourcen nicht mehr zu bedienen weiß, die sein labil gewordenes Gleichgewicht ausbalancieren könnten. Es kommt zur Einengung auf die Belastungssituation. Die Seele wird krank und verliert ihr Zutrauen. Sozialer Rückzug und Kränkung des Selbstwerts sind die Folge. Der Mensch fühlt sich seinem Leben nicht mehr gewachsen.

 

Eine erfolgreiche Therapie wird immer beides im Blick behalten: Die Psychotherapie, mit der Frage, was ist das für ein Mensch, und wie ist er so geworden und die Sozialtherapie mit ihrer Frage, wie erhält eine ganz spezifische Lebensrealität einen unglücklichen Zustand aufrecht.

 

Lösungsorientiert betrachtet bedürfen die während eines Klinikaufenthalts gemachten Fortschritte, um draußen fruchtbar werden zu können, eines realistischen Wachstumsbodens. Das führt zu Frage, wie geht es nach der Klinik weiter?

 

Die Gruppen- und Gemeinschaftstherapie unserer Einrichtung stellt einen ausgesprochen geeigneten Rahmen dar, solche Themen anzusprechen. Der Patient selbst, seine Gruppenmitglieder und die Therapeuten erleben in Vivo, wie es zu der unglücklichen Rollengestaltung in privaten und beruflichen Lebenszusammenhängen kommt, die letztlich zu stationären Therapie geführt hat. Es wird für alle Beteiligten fassbar, wie genau ein Mensch sich einsam macht, wie er sich am Arbeitsplatz z.B. in fatalen Konkurrenzen aufreibt, wie er die Chance, sich zu vertreten, nicht nutzt sondern vergibt etc. Und was noch wichtiger ist: Er erlebt in der therapeutischen Gemeinschaft hautnah, was hilft, was gut tut, was eine bessere Alternative wäre.

 

Die Themen der Sozialtherapeutischen Klärungsgruppe sind offen – alles was die Lebensrealität des Patienten betrifft, kann Thema sein: der Arbeitsplatz und das Freizeitverhalten, das Beziehungsgefüge, auch das ganz nahe wie Partnerschaft, Ehe und Familie, aber auch die Fähigkeit eines Menschen, gut für sich selbst sein zu können. Immer geht es um die Frage, was an neuem Verhalten bewährt sich hier im stressfreieren Raum der Klinik, und wie kann das für draußen übertragbar gemacht werden.

 

Bearbeitet werden diese Themen hauptsächlich in der Gruppe, bei spezifischen individuellen Fragestellungen auch in der Einzelberatung. Getragen wird das Angebot von einem kleinen Team sowohl speziell sozialtherapeutisch, als auch psychotherapeutisch ausgebildeter Mitarbeiter. Wir bedienen uns dabei neben der Gesprächsgruppe auch aktionaler Methoden aus dem Psychodrama, der Gestalttherapie und der Themenzentrierten Interaktion.