
Im therapeutischen Konzept der Klinik findet auch die religiös/spirituelle Dimension des Lebens respektvolle Aufmerksamkeit, denn der Klinikalltag zeigt deutlich, dass viele Menschen diese Perspektive gerade in der Bewältigung ihrer Erkrankung als bedeutsam erfahren. In einer globalisierten Welt hat sich der Umgang mit Religion/Glaube/Spiritualität auch in unserer Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten sehr vervielfältigt. Die Bandbreite von Religions- und Glaubensformen ist schier unüberschaubar geworden. Spiritualität hat sich als Bezeichnung dieser Dimension des Lebens herausgebildet. Unter Verwendung dieses Wortes Spiritualität versucht man nun, sich in und über diese vielfältigen Formen und deren Bewandtnis für Genesung und Erkrankung irgendwie zu verständigen. Deshalb wird es auch hier in der Klink verwendet.
In der therapeutischen Arbeit können spirituelle Fragestellungen mit unterschiedlichster Herkunft und Ausrichtung aufkommen. Einige Beispiele können dieses Feld ein wenig verdeutlichen:
Im konkreten Therapiealltag findet das Thema Spiritualität unter anderem Resonanz in der Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen der Anonymen Selbsthilfebewegung (A-Gruppen), die den Genesungsweg als spirituellen Weg bezeichnen.
Darüber hinaus wird in der wöchentlich stattfindenden Spirituellen Gruppe als Anregung zur eigenen Ortsbestimmung ein Inhalt aus einer spirituellen Tradition mit den Therapiethemen in Verbindung gesetzt.
Ein weiteres Angebot stellt die Klinikseelsorge dar. Sie bietet in diesem weiten Bereich einen Gesprächsbeitrag auf dem Boden der christlichen Tradition an. Dieses Angebot gilt selbstverständlich auch Angehörigen anderer Konfessionen und Religionen. Auch Menschen, die sich als nicht-gläubig oder a-religiös bezeichnen, können hier das Gespräch darüber aufnehmen. Die Seelsorge bringt Sichtweisen christlicher Spiritualität in diesem Austausch mit ins Gespräch und bietet ihre Hilfe auf der Suche nach konstruktiven Perspektiven für eine Auseinandersetzung mit den Erfahrungen von Sucht, Depression, Suizidalität, Gewalt, Angst, Zwang, etc. an.
Die Klinikseelsorge wird von der Diözese Augsburg getragen und finanziert. Sie entfaltet ihre Tätigkeit daher auch auf dem Hintergrund des diözesanen Leitbildes der Krankenhausseelsorge. Dieses benennt als Grundlage der Klinikseelsorge "den Glauben an die göttliche Berufung des Menschen zur Menschwerdung. Dies in der besonderen Situation der Krankheit zu erschließen, zum Ausdruck zu bringen, zu wahren und zu fördern ist der Grundauftrag seelsorglicher Tätigkeit." (aus dem Leitbild der Krankenhausseelsorge in der Diözese Augsburg, 3)
Dabei findet die Verwendung biblischer und literarischer Texte in kreativer Weise Berücksichtigung. Daneben kommen u.a. auch Ansätze aus der Integrativen Leib- und Bewegungstherapie, der Pastoralpsychologie und der geistlichen Begleitung zum Einsatz. Dies geschieht in Form von Einzelberatung und verschiedenen Gruppenveranstaltungen. Nähere Angaben zu den Angeboten finden Sie während Ihres Klinikaufenthalts in dem Faltblatt der Klinikseelsorge, das an der Rezeption erhältlich ist.
Klinikseelsorger:
Reiner Fuchs
Diplom Theologe, kath. Pastoralreferent
Integrative Leib und Bewegungstherapie (DGiB, DGfP)
Psychotherapie (HPG)
Telefon (08334) 981-130
Literatur: