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Geschichte

Strukturentwicklung
Die HELIOS Klinik Bad Grönenbach entstand durch eine Bettenumwidmung eines Traktes des Kneippsanatoriums am Stiftsberg Mitte der 70-er Jahre. Dr. Hannes Buggle hatte zunächst die kommissarische Leitung. 1979 übernahm Dr. Konrad Stauss die Klinik als Chefarzt. 1980 kam Dr. Jürgen Klingelhöfer als Oberarzt hinzu und übernahm dann 1983 die zweite Chefarztstelle für das Haus Mathildenbad. Die Klinik hatte zunächst 68 Betten und ab 1983 dann in zwei Häusern 140 Betten. Das Haus II wurde aus baulichen Gründen 1993 in das komplett renovierte frühere Kneippsanatorium verlegt. 2001 wurden beide Kliniken in einem Baukörper vereinigt. Bis 2003 erfolgte die betriebswirtschaftliche Fusion. Organisatorisch entstand aus zwei Kliniken eine Klinik mit drei Abteilungen und insgesamt 152 Betten.

 

Konzeptentwicklung
Dr. Konrad Stauss war Schüler von Dr. Walter Lechler und übernahm in den Grundzügen das von diesem initiierte Bad Herrenalber Modell. Es war für die Suchtbehandlung konzipiert worden. Das Mischungsverhältnis aus begegnungsorientierten erlebnisaktivierenden Verfahren nach dem Menschenbild der humanistischen Psychologie, dem spirituellen Ansatz des 12-Schritte-Programms der A-Gruppen und der wissenschaftsorientierten tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie erwies sich jedoch auch für die Behandlung von Menschen ohne Suchtprobleme als wirkungsvoll. In den Kernelementen konstituiert dies noch heute die therapeutische Arbeit und damit auch die Atmosphäre der HELIOS Klinik Bad Grönenbach.

 

Die 25-jährige Geschichte der Klinik ist geprägt durch den ständigen offenen Dialog mit den Außenanforderungen. Diese bestanden z.B. im Auftreten neuer Störungsbilder, der verbesserten ambulanten Versorgungsstruktur und damit der Zuweisung von Patienten mit immer schwereren Störungsbildern zu den Kliniken sowie in der Bewältigung der Herausforderungen durch die Ressourcenverknappung und die Begrenzung der Aufenthaltsdauern stationärer Rehabilitation. Das Bedürfnis nach Reflektion und Überprüfung der Arbeit führte dazu, dass Bad Grönenbach als eine der ersten Kliniken Elemente des heute so genannten Qualitätsmanagements einführte. Hierzu gehört seit 1992 die routinemäßige Erfassung computergestützter Prä- und Postdaten zur sofortigen Auswertung des Behandlungserfolges.

 

Im Laufe der Geschichte wurden folgende störungsspezifische Konzepte entwickelt, die ständig aktualisiert werden:

  • Chemische Abhängigkeiten (1980)
  • Psychogene Essstörungen, insbesondere Bulimie (1983)
  • Somatoforme Störungen und Bewältigung psychosomatischer Erkrankungen (1983)
  • Borderline-Störungen (1986)
  • Angst- und Zwangsstörungen (1987)
  • Depressive Störungen (1993)
  • Posttraumatische Belastungsstörungen (1994)
  • Burn-out und Folgeerkrankungen (2003)

 

Zum aktuellen Stand der Konzepte und der Ergebnisse sei auf die Einzeldarstellungen verwiesen. Zwangsstörungen behandeln wir bei klarer Indikation für tiefenpsychologische bzw. kombinierte Therapie. Die Erkenntnisse der Bindungsforschung und der Affektforschung sowie die Weiterentwicklung der interpersonellen Psychotherapie bestätigen die hohe Bedeutung des lebendigen Lernens in einer tragfähigen Beziehung. Dies ist der Kern des integrativen begegnungsorientierten Therapieansatzes, den wir seit 25 Jahren stetig weiter entwickeln.