HELIOS Klinik Bad Grönenbach

Borderline- und andere strukturelle Störungen

Was sind "Strukturelle Störungen“?
Menschen mit strukturellen Störungen erleben sich so, als sei in ihrer psychischen Struktur etwas nicht in Ordnung, als sei ihr inneres Gerüst nicht stabil. Diese Instabilität wird im Umgang mit sich selbst und mit anderen spürbar. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, sich dauerhaft als ganze, zusammenhängende Person zu erleben, das Bild von sich selbst ändert sich häufig, das Gefühl für die eigene Identität ist schwach und leicht störbar. Strukturelle Störungen lassen sich auch daran erkennen, dass die Patientinnen und Patienten Mühe haben, die eigenen Emotionen und Impulse zu steuern, sie sind teils impulsiv, dann wieder total gehemmt, Selbstkritik wird gleich selbstbestrafend, starke Gefühle können schwer ausgehalten werden. Sie neigen dazu, diese starke Erregung, Anspannung möglichst schnell loszuwerden, auszuagieren, z.B. über gereiztes, wütendes Verhalten, süchtiges Verhalten, Selbstverletzungen etc. All dies macht es schwer, das innere Gleichgewicht aufrecht zu erhalten – es braucht ständiges Bemühen, sie kommen selten zur Ruhe.

 

In der Beziehung zu anderen Menschen kann es schwierig sein, sich von anderen als getrennt zu erleben, den oder die andere sein zu lassen, wie sie ist. Ein eigenständiges Gegenüber wirkt oft bedrohlich, sie können das Verhalten der anderen Person nicht vorhersagen und kontrollieren. Es fällt schwer, den anderen als ein Gesamtes von positiven und Schattenseiten zu sehen, einzelne Seiten werden hervorgehoben, andere ausgeblendet, die andere Person kommt in eine eng begrenzte Schublade. Häufig können Verwirrung und Missverständnisse in der Kommunikation auftreten. Menschen mit strukturellen Störungen haben meist nur wenige gute innere Bilder von sich und anderen oder können letztere z.B. bei Abwesenheit des anderen schwer halten. Es fällt schwer, Bindungen einzugehen oder sich loszulösen.

 

All diese Erscheinungen sind Ausdrucksweisen dieses labilen inneren Gerüsts. Wenn man sich seiner selbst nicht sicher sein und auch nicht gewiss sein kann, ob man den Herausforderungen des Lebens gewachsen ist, dann ist das Grundgefühl Angst. Angst wird direkt erlebt oder man versucht, sie loszuwerden, nicht wahrzunehmen, auszublenden. Es sind häufig geradezu eine existentielle Angst und Identitätsbedrohung, die Angst, sich aufzulösen, verschlungen oder verlassen zu werden, überschwemmt oder vernichtet zu werden, sich zu verlieren und ähnliches. Anpassungsversuche, um sich zu stabilisieren haben häufig mit Kontrolle zu tun, entweder sich selbst zu kontrollieren oder die Umgebung, die Mitmenschen. Ist Kontrolle entweder nicht möglich oder bricht die Kontrolle zusammen, wird das labile innere Gerüst noch instabiler. Die Anpassungsversuche oder das Scheitern dieser Versuche zeigen sich in vielen, häufig wechselnden Symptomen und meist in erheblichen Beziehungsstörungen.

 

Das Strukturniveau wird in unserer Klinik mit Hilfe des Systems der OPD (Arbeitskreis OPD, Hrsg.: Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik, Huber) eingeschätzt.

 

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine, und sicher die bekannteste Form struktureller Störungen. Nach den diagnostischen Leitlinien des DSM-IV (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen der American Psychiatric Association) ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung geprägt von einem tiefgreifenden Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Affekten sowie von einer deutlichen Impulsivität. Der Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter und manifestiert sich in verschiedenen Lebensbereichen. Dazu gehören die Angst vor Trennungen, intensive, aber instabile und extreme Beziehungen; Identitätsstörungen, Neigung zu impulsiven, selbstschädigenden Verhaltensweisen, einschließlich Suchtverhalten und Essstörungen, Neigung zu suizidalen Handlungen und selbstverletzendem Verhalten, ausgeprägte Stimmungsschwankungen, chronische Leere-Gefühle; Schwierigkeiten, mit Wut umzugehen, unter Belastung auftretendes starkes Misstrauen und Bedrohungsgefühle oder sich selbst bzw. die Umgebung als fremd zu erleben. Mindestens fünf dieser Kriterien müssen erfüllt sein, damit die Diagnose gestellt werden kann.

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Abteilung Borderline- und andere strukturelle Störungen

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