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Indikationen zur stationären Behandlung

Eine stationäre psychotherapeutische Therapie bei Depressionen ist dann sinnvoll und notwendig, wenn der ambulante Behandlungsrahmen nicht mehr ausreicht, der Alltag nicht mehr bewältigt werden kann und/oder wenn die Berufs- und Erwerbsfähigkeit stark eingeschränkt oder gefährdet sind. Weitere Gründe für einen stationären Aufenthalt sind belastende Faktoren im Umfeld, der Zusammenbruch des sozialen Netzes oder wenn zusätzliche Beziehungsstörungen, Angsterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen bestehen. Bei Suizidalität sollte eine Klinikbehandlung immer erwogen werden.

 

Allgemeine Therapieziele sind – neben notwendiger Entlastung und der Aufklärung über das Störungsbild – Veränderungen wenig zweckmäßiger, dysfunktionaler Einstellungen und Gedankenketten sowie die Aufdeckung ihrer biographischen Zusammenhänge. Darüber hinaus geht es um das Erkennen und Durcharbeiten von unbewussten Konflikten, die im Zusammenhang mit der Depression bestehen und sich häufig auf Beziehungen und Partnerschaften auswirken. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Verbesserung der Zuwendungsbilanz im zwischenmenschlichen Bereich.

 

Menschen, die wegen dieser Störungen in unsere stationäre Behandlung kommen, werden vorrangig in der Abteilung 1 aufgenommen, außer es steht eine strukturelle Störung wie die Borderline-Störung im Vordergrund oder eine Essstörung oder eine somatoforme Störung. Wir arbeiten nach einem psychodynamisch-erfahrungsorientierten Behandlungskonzept. Nach diesem Konzept wird in Bezug auf die während der Therapie zutage tretenden problematischen emotionalen Schemata ein klärendes Verständnis entwickelt, außerdem werden notwendige innere oder äußere Ressourcen aktiviert und aktive Hilfen zur Problembewältigung, z.T. mit Hilfe von verhaltenstherapeutischen Techniken gefördert. Das Konzept wird unter Einbeziehung der neuesten Erkenntnisse der Depressionstherapie ständig weiterentwickelt. Die stationäre Behandlungsdauer beträgt in der Regel 6 bis 8 Wochen.