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Ursachen struktureller Störungen

Es gibt eine Reihe von Theorien darüber, wie diese Störungen entstehen. Für uns ist die therapeutisch wichtigste Theorie die der "kumulativen Traumatisierungen", d.h. diese Störungen entstehen nach dieser Theorie als Folgen von Wiederholungen und gegenseitiger Verstärkung von schweren und/oder leichteren Traumatisierungen in Kindheit, Jugend oder frühem Erwachsenenalter. Darunter versteht man Erfahrungen von Erschütterungen, die der Mensch mit seinen Möglichkeiten nicht bewältigen kann und vor denen er durch sein Umfeld nicht geschützt wird bzw. keine wirksame Hilfe bei der Bewältigung bekommt. Dies können körperliche und emotionale Misshandlungen, Vernachlässigung, sexueller Missbrauch und andere erschütternde Erfahrungen sein. Da diese Erfahrungen wegen ihrer erschütternden Wirkung nicht vollständig verarbeitet werden können und einen Menschen treffen, der sich noch in seiner geistigen, emotionalen und körperlichen Entwicklung befindet, kommt es durch die Traumatisierungen zu Entwicklungseinschnitten und damit verbundenen strukturellen Defiziten, die wiederum in Symptomen z.B. Angst, Identitätsunsicherheit, Denkstörungen, in beeinträchtigtem Realitätskontakt etc. in Erscheinung treten können.

 

Um nicht ständig durch äußere Umstände oder wegen der labilen inneren Struktur Erschütterungen zu erleben, versuchen die Betroffenen, Anpassungsmuster zu entwickeln, um sich zu schützen. Diese können aber wiederum problematisch sein und ebenfalls als Symptome sichtbar werden, seien es Versuche, Spannungen durch zwanghaftes Verhalten zu binden oder durch Selbstverletzungen, Impulsdurchbrüche u.ä. abzubauen oder sich in Beziehungen zu schützen durch vermeidendes, aggressiv-distanzierendes Verhalten oder symbiotische Verstrickungen wie etwa Anklammern.