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Therapeutische Maßnahmen bei Beziehungs- und Persönlichkeitsstörungen

Nach der Vorbetreuung durch die Klinik findet bei Aufnahme ein ausführliches diagnostisches Gespräch mit ergänzender Untersuchung des Bindungsmusters, des Persönlichkeitsprofils und die Erhebung eines Fragebogens zu zwischenmenschlichen Problemen statt. Dabei wird über die weitere Therapieplanung entschieden und die anstehenden Behandlungsangebote (einschließlich evtl. notwendiger medikamentöser Therapie) werden besprochen.

 

Ein zentrales Element der Behandlung zu Therapiebeginn stellt in Abteilung 1 die so genannte Ankunftsgruppe, in welcher der Patient über verschiedene psychische Störungen aufgeklärt wird. Es werden Basiskompetenzen – wie z. B. die Prinzipien der Therapeutischen Gemeinschaft, das Konzept der psychosozialen Basisbedürfnisse sowie das Training Emotionaler Kompetenz – in dem geschützten Rahmen einer Kleingruppe vermittelt und eingeübt.

 

Die zentrale Gruppentherapie erfolgt in den Abteilungen 1 und 2 in der sogenannten Kerngruppe. In dieser Gruppe werden die der Störung zugrunde liegenden tiefenpsychologischen Konflikte herausgearbeitet und bewusst gemacht. Dabei können die typischen störungsspezifischen Erlebens- und Verhaltensmuster in Zusammenhang mit der eigenen Lebensgeschichte gesetzt und verstanden werden. Im geschützten Klima der Therapiegruppe können unterdrückte Gefühle und Bedürfnisse erlebt und ausgedrückt werden. In der Interaktion mit den anderen Gruppenmitgliedern und den Therapeuten sind emotional korrigierende Erfahrungen möglich. Neue Verhaltensweisen können in der Gruppe erprobt und – durch wertschätzende Rückmeldungen gestützt – variiert werden.

 

Methodisch kommen unter anderem erfahrungsorientierte Therapieverfahren wie Transaktionsanalyse und Gestalttherapie sowie körpertherapeutische und kunsttherapeutische Verfahren zur Anwendung.

 

Weitere Therapiebausteine, die vor allem für Patienten mit leichten bis mittelschweren Persönlichkeitsstörungen oft hilfreich sind, bestehen in der Bonding-Psychotherapie, in der Kreativtherapie und der Tanztherapie.

 

Bei zusätzlich vorliegenden Depressionen nehmen die Patienten an der Aktivierungstherapie teil, bei Angststörungen an der Angstbewältigungsgruppe, bei Essstörungen an der Essstörungsgruppe oder bei Suchterkrankungen an der Suchtgruppe. Personen mit traumatischen Erfahrungen können an der Stabilisierungsgruppe oder Frauengruppe teilnehmen.

 

Einen besonderen Stellenwert für Personen mit Beziehungsstörungen nimmt die Therapeutische Gemeinschaft ein. Im Spiegel der Anderen, z.B. durch Rückmeldungen, können festgefahrene Beziehungs- und Persönlichkeitsmuster deutlicher erkannt, reflektiert und verändert werden. Alternative Strategien im Umgang mit anderen Menschen können erprobt und eingeübt werden.

 

Informationen zur den aufgeführten Therapiemethoden finden Sie im Bereich Therapie unter Psychotherapie.