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Beziehungs- / Persönlichkeitsstörungen

Was versteht man unter Beziehungs- und Persönlichkeitsstörungen?
Menschen mit dieser Problematik verfügen nicht über ausreichend Flexibilität, Vielfalt und Anpassungsfähigkeit im Rahmen ihres Persönlichkeitsstils. Die persönlichen Eigenarten weichen dagegen mit ausgesprochener Unflexibilität, ständiger Wiederholung und der Unfähigkeit, Stress zu bewältigen, von einem angemessenen und befriedigenden Verhalten und Erleben ab.

 

Die Abweichungen betreffen folgende Bereiche:

  • Kognition (d.h. Wahrnehmung und Interpretation von Dingen, Menschen und Ereignissen sowie Einstellungen und Vorstellungen von sich und anderen)
  • Gefühle (Variationsbreite, Intensität und Angemessenheit der emotionalen Ansprechbarkeit und Reaktion)
  • Impulskontrolle und Bedürfnisbefriedigung
  • Zwischenmenschliche Beziehungen und die Art des Umgangs mit ihnen

 

Meist besteht die Problematik seit der späten Kindheit oder frühen Jugend und wird im Gegensatz zu seelischen Störungen (wie z.B. Ängsten oder Depressionen), die auftreten und auch wieder verschwinden können, als zur Person dazu gehörig erlebt.

 

Der Übergang vom Persönlichkeitsstil zur Störung ist fließend und bedarf präziser diagnostischer Klärung. Dazu gehört auch die Information und Aufklärung des Patienten, wie auch die Einbeziehung seiner eigenen Einschätzung.

 

Persönlichkeitsstile

->

Persönlichkeitsstörungen

Gesunde Varianten

Extremisierungen

Gewissenhaft

->

Zwanghaft

Selbstbewusst

->

Narzisstisch

Dramatisch, emotional

->

Histrionisch

Wachsam,
misstrauisch

->

Paranoid

Sprunghaft / emotional labil

->

Borderline

Anhänglich

->

Dependent

Ungesellig

->

Schizoid

Lässig

->

Passiv-Aggressiv
(negativistisch)

Sensibel

->

Selbstunsicher
(ängstlich-vermeidend)

Exzentrisch

->

Schizotypisch

Abenteuerlich

->

Antisozial (Dissozial)

 

Leider wird der Begriff der Persönlichkeitsstörung von vielen Betroffenen immer noch als stigmatisierend erlebt, da damit oft eine eher defizit-orientierte Sichtweise des Persönlichkeitsstörungskonzeptes im Sinne eines Makels verbunden wird. Hier muss die Diskussion um eine angemessene Begrifflichkeit weitergehen. Wir sind mit vielen anderen Fachleuten der Auffassung, dass Persönlichkeiten und deren Stile nicht ausschließlich unter einem Störungsbegriff verstanden werden können.

 

Die häufigsten – in Abteilung 1 und 2 behandelten – Persönlichkeitsstörungen sind:

  • die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung, die durch eine tiefgreifende Angst vor negativer Beurteilung durch andere Menschen in fast allen Lebensbereichen gekennzeichnet ist
  • die abhängige Persönlichkeitsstörung, die durch ein Muster von abhängigen und sich selbst hilflos machenden Verhaltensweisen gekennzeichnet ist
  • die narzisstische Persönlichkeitsstörung, die durch ein durchgängiges Muster von Selbstüberschätzung, Mangel an Einfühlungsvermögen in andere Menschen und Überempfindlichkeit gegenüber Kritik durch andere Menschen gekennzeichnet ist
  • die zwanghafte Persönlichkeitsstörung, die durch ein durchgängiges Muster an übermäßiger Rigidität und übermäßigem Perfektionismus gekennzeichnet ist
  • die schizoide Persönlichkeitsstörung, die durch ein durchgängiges Muster an mangelnder emotionaler Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeit, Gleichgültigkeit gegenüber sozialen Beziehungen und Einzelgängertum gekennzeichnet ist

 

In Abteilung 3 werden schwerpunktmäßig Patienten mit Borderline-Persönlichkeitstörung und anderen strukturellen Störungen (z.B. paranoide, schizotype, schizoide Persönlichkeitsstörung) behandelt. Übergänge, Überschneidungen sowie Kombinationen einzelner Persönlichkeitsstörungen kommen häufig vor und können fließend sein. Gemeinsam sind allen Persönlichkeitsstörungen so genannte dysfunktionale (ungünstige) Interaktionszirkel (Teufelskreise), die typisch für das innere Erleben und die Beziehungsgestaltung sind.

 

Beispiel anhand einer abhängigen Persönlichkeitsstörung siehe Schaubild.

So erreichen Sie uns

HELIOS Klinik Bad Grönenbach
Abteilung Depressive Störungen

Telefon (08334) 981-100

Hartmut Oberdieck
Facharzt für Psychotherapie
Oberarzt; Leiter Abteilung 1

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Matthias Vöhringer
Diplom Psychologe
stellv. Leiter Abtlg. 1

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