Indikation zur Rehabilitation
Nach einer 1999 veröffentlichten Studie des Instituts für Empirische Gesundheitsškonomie beträgt der Anteil der Betroffenen mit chronischem Tinnitus in der Bundesrepublik 4 % der Bevölkerung, d.h. ca. 3 Mio. Menschen. Ungefähr die Hälfte dieser Tinnitus-Betroffenen, ca. 1,5 Mio., erleben durch die unten genannten Folge-Symptome eine mittelschwere bis unerträgliche Einschränkung ihrer Lebensqualität sowohl im familiären wie beruflichen Bereich mit z.T. langen Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Bei dieser deutlichen Einschränkung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens spricht der Arzt von dekompensiertem Tinnitus, der eine umfassende Therapie erforderlich macht. Alarmierend ist, dass nach der Studie damit gerechnet werden muss, dass pro Jahr 340.000 von chronischem Tinnitus Betroffene neu hinzukommen.
Tinnitus kann vielfältige Ursachen haben, die teilweise noch nicht ausreichend erforscht sind. Kommt es zum erstmaligen Auftreten eines "Ohrgeräusches", sind zunächst mögliche organische Erkrankungen durch fachärztliche Untersuchungen (HNO-Arzt, Neurologe, Orthopäde, Internist, Zahnarzt) abzuklären und auszuschließen. Um unnötige und wiederholte Diagnostik zu vermeiden, bitten wir Sie, uns vorhandene Befunde zuzusenden oder bei Anreise zur Rehabilitation mitzubringen.
Bei den meisten Betroffenen kann jedoch trotz der geschilderten Diagnostik keine organische Ursache für den Tinnitus gefunden werden. Da man den Tinnitus selbst häufig nur beseitigen kann, wenn man die Ursache für das "Ohrgeräusch" erkennen und behandeln kann, richtet sich die Therapie bei allen anderen Patienten auf die Beseitigung oder Besserung der körperlichen und seelischen Folge-Beschwerden, die zu einer Einschränkung der Lebensqualität geführt haben.
Körperliche und seelische Folgen einer Tinnitus-Symptomatik können u.a. sein: