HELIOS Klinik Am Stiftsberg

Konzept Morbus Menière

Therapie-Schwerpunkte der Rehabilitation für Patienten mit vestibulären Schwindel-Erkrankungen

Um den speziellen Beschwerden und Belastungen von Morbus Menière Patienten und anderen chronischen Schwindel-Patienten in allen Anteilen der Rehabilitation gerecht zu werden, wurde ein besonderes Rehabilitationskonzept entwickelt, das wir zu bestimmten Zeitpunkten des Jahres mit einer Gruppe von maximal 12 Patienten durchführen. Um unrealistische Erwartungen seitens der Patienten zu vermeiden, muss dabei betont werden, dass auch im Rahmen einer solchen spezifischen Schwindel-Rehabilitation eine ursächliche Therapie, z. B. der Morbus Menière Erkrankung oder einer vestibulären Migräne verbunden mit einer anhaltenden Vermeidung der anfallsweise auftretenden Symptomatik nicht erreicht werden kann. Die Rehabilitation kann sich daher nur auf die Behandlung und Verbesserung der Symptome Schwindel, mögliche begleitende Ängste und Unsicherheiten, des chronischen Tinnitus und der Schwerhörigkeit sowie die sich ergebenden körperlichen, seelischen und sozialen Folgen beziehen.

Ein intensives Gleichgewichtstraining, das heilpädagogisch geleitete Trampolintraining und die psychotherapeutische Behandlung des Symptoms Schwindel und der sich entwickelnden Angststörung sind spezielle Behandlungs-Schwerpunkte bei den Schwindel und Morbus Menière Rehabilitationen. Durch das therapeutische Trampolintraining sollen die Patienten  erfahren können, dass außerhalb der akuten Drehschwindelattacken die Funktion des Gleich-gewichtsorgans und der Gleichgewichtssinn weitgehend normal funktionieren und der Betroffene sich hierauf verlassen kann.

Bei vielen Schwindel und Morbus Menière Patienten entsteht durch die wiederholt plötzlich einsetzenden Schwindelattacken eine ängstliche Erwartungshaltung auch außerhalb der Schwindelanfälle. Ihre Angst vor dem Schwindel und die Aufmerksamkeit auf das Funktionieren des Gleichgewichtssinnes kann schon ein starkes Unsicherheits- und Schwankgefühl hervorrufen. Der Betroffene deutet dies dann häufig als Vorboten eines erneuten Drehschwindel- oder Menière-Anfalls, ist noch stärker verunsichert und in seiner Vermeidungshaltung bestärkt. Diese Unsicherheit aufzulösen ist unter anderem ein Ziel einer Kombination von medizinischer Aufklärung, Psychotherapie und speziellem Schwindel- und Gleichgewichtstraining. Erschwerend tritt häufig hinzu, dass auch der Arbeitsplatz durch längere Fehlzeiten bedroht ist. Wenn durch Schwindelattacken bei der Arbeit eine Verletzung des Einzelnen oder eine Gefährdung Dritter möglich ist (Arbeiten mit Absturzgefahr, Arbeiten an gefährlichen Maschinen, Fahren eines LKW s oder Busses) ist sogar generell die weitere Berufsausübung in Frage gestellt. Hier ist eine umfangreiche Beratung durch den Sozialarbeiter in Abstimmung mit dem Arbeitgeber (Möglichkeiten der Umsetzung am Arbeitsplatz) und dem Rentenversicherungsträger (Möglichkeiten der Umschulung oder Weiterqualifizierung) wichtig. Die Therapie-Angebote der Rehabilitation für Patienten mit chronischem Tinnitus und Hörbehinderte können selbstverständlich im Rahmen von freien zeitlichen Kapazitäten in das Konzept der Schwindel und Morbus Menière Rehabilitation integriert werden.



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