HELIOS Rehakliniken Bad Berleburg - Rothaarklinik

Störungsspezifische Behandlungsstrategien

Die Symptomvielfalt der Borderline-Problematik, die häufige Schwere und Chronizität des Krankheitsbildes sowie die fast regelhaft auftretenden therapeutischen Schwierigkeiten legen ein auf die Störung spezifiziertes Therapieschulen übergreifendes bzw. integratives Behandlungskonzept nahe:

 

  • Eine tiefenpsychologisch interaktionell ausgerichtete Gesprächsgruppe: In dieser Gruppe geht es insbesondere um das Erkennen und Überwinden von Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich. Im Vordergrund steht die Bearbeitung des „Hier und Jetzt“ und weniger die des „Dort und Damals“.

  • Eine verhaltenstherapeutisch (DBT) ausgerichtete Fertigkeits-Trainingsgruppe (skills): Aus verhaltenstherapeutischer Sicht steht die Fokussierung der Emotionsregulation im Vordergrund. Eine Störung bzw. Einschränkung in diesem Bereich soll überwunden werden durch ein gezieltes Training in den Bereichen Stresstoleranz, Modulation der Emotionen, zwischenmenschliche Fertigkeiten und innere Achtsamkeit.

  

Ergänzt werden die genannten therapeutischen Ansätze durch die Musiktherapie sowie durch zahlreiche Maßnahmen aus den Bereichen der Sport-, der Physio- und Bewegungs- sowie der Ergotherapie. Psychoedukative Maßnahmen aus den Bereichen der Ernährungsberatung sowie der Sozialberatung ergänzen das genannte Vorgehen. Die Behandlung findet statt im Rahmen einer sozialtherapeutisch konzipierten Stationsgemeinschaft und eines jeweils individuell abgestimmten Gesamtbehandlungsplans. Dieser wird im Rahmen der Einzeltherapie unter Berücksichtigung von den Behandlungszielen, dem spezifischen Behandlungsfokus und den Erfahrungen während der Therapie individuell besprochen und abgestimmt.

 

Zu Behandlungsbeginn sind wegen Selbstverletzungen und möglicher suizidaler Tendenzen diesbezüglich spezielle Vereinbarungen schriftlich zu fixieren. Dabei geht es um die notwendige Bereitschaft der Patientinnen fest zuzusichern, während der Rehabilitationsbehandlung keinen Suizidversuch durchzuführen und auch nach der stationären Rehabilitationsmaßnahme weiter am Leben bleiben zu wollen und alles in diese Richtung Notwendige zu tun. Ferner geht es um die notwendige Bereitschaft im Falle des krisenhaften Auftretens von Suizidalität, sich in solchen Situationen freiwillig auf eine geschützte psychiatrische Akutstation verlegen zu lassen. Gegebenenfalls kann dann nach wenigen Tagen die Rehabilitationsbehandlung fortgesetzt werden. Im Falle der Notwendigkeit einer zwangsweisen Verlegung von Patientinnen ist in der Regel die Behandlung in der Rothaarklinik beendet.

 

Ferner geht es um die feste Zusicherung der Patientinnen während der gesamten hiesigen Behandlungszeit weder innerhalb noch außerhalb der Klinik Alkohol oder Rauschdrogen zu konsumieren und der Einhaltung  dieser Regel durch ggf. durchzuführende Kontrollen zuzustimmen.

 

Mit der Aufnahme der Patientinnen in die Rothaarklinik beginnt beinahe zeitgleich bereits die Planung der Entlassung. In diesem Zusammenhang legen wir großen Wert darauf, während des Aufenthaltes die reale Lebenssituation nicht außer acht zu lassen. Zur konkreten Klärung praktischer, sozialer und rechtlicher Fragen steht von daher eine Diplom-Sozialarbeiterin zur Verfügung. Sie hilft ebenso bei der Suche nach Selbsthilfegruppen wie auch bei der Suche nach ambulanter psychotherapeutischer Weiterbehandlung am Wohnort. Ferner leitet sie auch notwendige Kontakte zu Ämtern in die Wege. 

 

Paargespräche bzw. Familiengespräche können ebenso wie eine Wochenendheimfahrt für die Verzahnung von stationärer Rehabilitation und der Alltagssituation der Patientinnen indiziert sein.



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