Die klinische Neurodiagnostik beschäftigt sich mit den Funktionen bzw. den Fehlfunktionen von Gehirn, Rückenmark, peripheren Nerven und Muskeln. Hierzu bietet unsere Klinik ein breites Spektrum an verschiedenen Untersuchungsmethoden an, welche bei Erwachsenen und Kindern durchgeführt werden können.
1. Neurosonologie
Das Ultraschallverfahren liefert sowohl ein zweidimensionales Bild als auch eine Darstellung des Blutflusses in der betroffenen Gefäßregion
- Abschätzung des Schlaganfallrisikos
- zuverlässiger Nachweis von Einengungen oder Verschlüssen der Hals- und Hirngefäße
- Messung der zerebralen Reservekapazität
- Test auf Subclavian-Steal-Syndrom
- Test auf PFO (offenes Foramen Ovale) mit Embolie-Detektion
2. Neurodysphagie
Schluckstörungen sind ein wichtiger Bestandteil neurologischer Erkrankungen (z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, ALS)
- Mittels einer fiberendoskopischen Untersuchung können die neuroanatomischen Verhältnisse des Rachenraumes und Schluckvorganges mittels Videoaufzeichnung sichtbar gemacht werden.
- Diagnostik der Dysphagiegrade mit Erstellung von Therapieplänen
- Beratung von Angehörigen und Betroffenen hinsichtlich der Gefahren der neurogenen Dysphagie
3. Elektroenzephalographie (EEG)
Das EEG ist die Aufzeichnung der elektrischen Aktivität der etwa 15 Milliarden Nervenzellen des Gehirns
- Aktivität dieser Zellen äußert sich in sehr kleinen elektrischen Spannungen, die man auf der Kopfhaut messen kann
- Diagnostik von Anfallserkrankungen, entzündlichen und degenerativen Hirnerkrankungen
- parallele Video-Aufzeichnung der am Körper sichtbaren Symptome (z.B. Krämpfe oder Zuckungen)
4. Nervenleitgeschwindigkeiten (NLG) und Elektromyographie (EMG)
Untersuchungen der Nervenleitungen bzw. der Geschwindigkeit, mit welcher periphere Nerven elektrische Signale weiterleiten.
- Übertragung der elektrischen Nervenreizung auf den entsprechenden Muskel
- Erkrankungen der peripheren Nerven
- beim EMG wird die elektrische Aktivität mit Hilfe einer dünnen Nadelelektrode im Muskel gemessen
5. Evozierte Potentiale (EP)
Mit den evozierten Potentialen können funktionell unterschiedliche Nervenbahnen untersucht werden.
- MEP - motorisch evozierte Potentiale:Ö durch magnetische Reize werden die Nerven, die vom Gehirn zu verschiedenen Muskeln ziehen (motorische Bahnen) untersucht
- SSEP - somatosensibel evozierte Potentiale: Sensible Nerven am Fuß und an der Hand werden durch kurze schwache elektrische Impulse erregt. Die Ableitungen erfolgen im Verlauf der sensiblen Nervenbahnen vom Rückenmark und Gehirn.
- VEP - sivuell evozierte Potentiale: Bei der Ableitung schauen sie auf ein sich bewegendes Schachbrettmuster auf einem Bildschirm und am Kopf angebrachte Elektroden erfassen die im Gehirn hervorgerufenen elektrische Aktivität.
- AEP - akustisch evozierte Potentiale: Über einen Kopfhörer bekommen Sie Klickgeräusche zu hören. Die Elektroden auf dem Kopf und hinter dem Ohr erfassen die Hörbahn und Hirnstammfunktion
- OOR - Blink-Reflex: Das Zwinkern der Augen ist ein wichtiger Schutzreflex. Die Untersuchung erfasst die sensiblen und motorischen Aktivitäten der beteiligten Gesichtsnerven.